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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
71
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Auch die Miffions - Priester, weiche keine andereBestimmung hatten, als Catechisationen in den Dör-fern zu halten, und auch zu nichts bcfferm fähig ma-ren, nicht minder roh, dumm, unwissend und der rö-mischen Curie sclavisch ergeben, wie die Sulpicianer,nahmen einen hohen Flug, weil jedem der nicht beyihnen erzogen wurde, die Benestzien versagt waren.

Frauvon Maitenon, durch la Chetardie und Bissypoch weiter auf denselben Wege irregeführt, für wel-chen sie der Bischof von Chartres schon längst eilige-nommen hatte, herrschte über die neuen zur Modegemachten Seminarien. Sie war ihre erklärte Be«schützerin, seit sie durch die Kunstgriffe der Jesuiten,unvermerkt mit den Vorstehern der fremden Missions-aiistcrlken entzweit worden war. Diese waren langeZeit ihre Beichtväter gewesen; Herr von Chartres tratan ihre Stelle, als die fremden Missionäre wegen desberühmten Streits über die Chinesischen und Indiani-schen Ceremonien, die erklärten und unversöhnlichenFeinde der Jesuiten wurden.

Immer zwar herrschte eine gegenseitige Eifersuchtzwischen den Jesuiten und jenem gemeinen Priester-vvlk, welches seine Gewalt widerrechtlich ausdehnte;allein sie duldeten einander wechselseitig, weil ihr ge-meinschaftlicher Haß gegen die Vater vom Oratorium,und gegen die aufgeklärtere Geistlichkeit, die sie aufjeden Fall für Janseuisten erklärten, sie einander un-entbehrlich machte.

Der Cardinal von Noailles stand an der Spitzeder letzteren. Er besaß zwar wohl die vertrautesteKenntniß aller Heiligen, nicht aber Menfchcnkenntnißgenug, um den Besseren und sicl, selbst aufhelfen zukönnen. Seine ängstliche Gewissenhaftigkeit und zu

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