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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
69
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schoss von Chartres, der ihm manche Besorgnisse des-wegen machte, nicht zuvorkommen zu lassen. Jederseiner Schritte war für ihn eine Warnung, und mach,re ihn noch aufmerksamer. Ein Mann, der durch ei-ne allgemein gebilligte Wahl, durch seinen Ruhm, 'tas Ansehen ferner Familie, und die Verwendung derFrau von Maintenon, die ihn als ihre Creatur be-günstigte, erst kürzlich zum Erzbischoff von Paris er-nannt worden war, mußte ein wert brauchbareresWerkzeug leyn, indem er wöchentlich einmal Audienzbeym Könige hatte, und sich noch außerdem Audienzverschaffen konnte, wenn er wollte. Noailles hartesich nur durch diese Umstände so sehr in Gunst ge-setzt. Allein seine Rechtschaffenheit und die ängstlicheGewissenhaftigkeit, mit der er über sich selbst, nichtaber über andere wachte, war Ursache, daß er in derFolge alle diese Vorlheiie wieder verlor.

Frau von Maintenon hingegen wußte die ihrigedesto b- ffer zu benutzen, um sich endlich auf die geistii-che Angelegenheiten Einfluß zu verschaffen. Siemach e den Anfang in der Sache des Herrn von Cam-bray, durch welchen sie mit dem Erzbischoff und Herrnvon CharrrcS in eine enge Verbindung kam. Durchdieses Mittel gelang eS ihr, bey dem König den Zu,gang auch zu der einzigen Gattung von Angelegenhei-ten zu erhalten, in die sie bis jetzt noch nicht hatteeindringen können. Deswegen zog sie die Verbindungihrer Nichte Mit dem Neffen deS Erzbischvffs, jederandern vor. Sie bewirkte, daß der König sich derSache des Herrn von Cambray zu Rom öffentlich an,nahm, und sie zu seiner eigenen Angelegenheit machte.Dadurch schuf sie ihren Einfluß in die Religioys Sa-chen, und die damit verbundene Gelegenheit, Bene-sizien und höhere Stellen zu ertheilen, und jeden nachGefallen befördern oder zurücksetzen zu können.

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