Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

4 )

Drissac.

Kater in einem zu sonderbaren Vernehmen gestanden, alsdaß ich mich in Rücksicht ihrer für sein Haus hätte interessi«ren können; und ich war seit mehrern Jahren mit Hrn. vonBrissac und seinen Gläubigern im Proceß wegen der Wirde«erstatmng der Aussteuer meiner Schwester. Dieß wären ohneZweifel Gründe von mehr Gehalt gewesen, als die, welchemir der Herzog von Rohan angegeben hatte, und die die Ma«schallin von Villeroy *), die nachher meine vertrauteste Freun«bin wurde, mit der ich aber damals kaum Bekanntschaft,und mit ihrem Manne diese nicht einmal hatte, keineswegeSentkräften konnte. Aber das allgemeine Interesse vermochtemich dazu, daß ich meine Foderung aufs Spiel setzte. Cossswußte, was er mir zu danken hakte, und kam, um mir sei«nen Dank zu saaen und mich znr Aufgebung eines Protesteszu vermögen, den ich schon einmal gewonnen hatte und dernur durch Chicane von neuem angesponnen war. Er drangsehr in mich, aber ich wollte nicht, weil alle Gläubiger seinesWetters in diesem Fall ihn mit gleichen Federungen hätten drän«gen können, wie es auch schon mehrere ohnedies gethan hatten.Er haue ihren Foderungen nicht Genüge leisten können unk»konnte das Stammgut Drissac, ohne welches er die Würdenicht erhalten konnte, nicht wohl behaupten. Jch^sah sehrgut ein, was ich bcy einer so ruinirken, zersplitterten Erb«muhe riskirren, welche ein Raub der Kosten und Chicanenund Lvssö's selbst wurde, der sich durch eine so nothwendigeAcquisitivn, wo ihm seine Gläubiger keine Ruhr ließen, noch,wendig gänzlich erschöpfen mußte. Aber das allgemeine Zn«teresse für die Erhaltung der herzoglichen Würde in den Fa«Milien war bey mir stark genug, um alles, was in Hinsichtdieses Protestes nachrheiliges kommen konnte, gern zu riski«ren. Coffo hatte mancherlei) Schwierigkeiten zu überwinden:er mußte Esqenchümee des HerzogthumeS Drissac seyn undzwar durch Succcffron, nicht durch Acquisition, und zu dem-Ende mußte er die Entsagung der Marschallin von Villeroyund ihrer Kinder haben, zu der sie zwar sogleich bereit wa«ren; was aber das schwerste und verdrießlichste war, er mußtesich mit einer Menge Gläubiger des verstorbenen Herzogsvon Drissac abfinden, und zwar zu ihrem Nachtheil, weil

Sie war die Schwester des Herzogs von Brissac.