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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
40
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4<r' Briffac.

die er ihres großen Vermögens wegen genommen hatte, daser so ganz alle zu machen wnßte, daß seine Frau, da wederWttthum noch ihr Eingebrachtes vorhanden war/ wie sieschon seil langer Zeit gethan hatte, bey ihrem Bruder fortbleiben mußte, der sür sie sür alle mögliche Bedürfnisse sorgenwußte, hatte er keine Kinder. Letztere war ausgewachsen, hat»te aber ein angenehmes Gesicht und viel Geist, dessen größteZierde Seclengüte und Tugend war.

Drissac hatte Wissenschaft und viel und die angenehmstenTalente, wiewohl er die platteste Gestalt hatte, kurz, dick undkupfrig im Gesicht; aber er war einer von den Menschen,in weichen man die Talente verachten muß, geboren zum Ver«derbe seines Hauses, von einer niedrigen schädlichen Lebensart,von der äußersten, schmutzigsten Ausschweifung, die ihn soganz z» Grunde gerichtet hatte, daß er lange vor seinem Todekein Brot halte, so wie er nie einen ordentlichen Tisch, Equi»page, oder sonst etwas, was zu einem Hause gehört, führte,und nie bey sich einen ordentlichen Menschen aufzeigen konnte.

Cosso war Sohn des jünger» Bruders seines Vaters,der als Ordensritter gestorben war. Er hatte seit mehrernZahlen eine Lockrer Bechameils, welcher Sürintendant vonMonsieur war, Schwester der Frau dcS Hrn. LeemaretS,Zlevcuö des Hrn. Colberr, geheyrathet und war bey dem TodsNoinlel's, den Monsieur zum Intendanten in Bretagne, dannzum Sraatsrakh verhalf, sortgeschickt worden und tanze imExil gewesen. ^

Lch erfuhr jenen Todesfall zu Versailles. wo ich michfast immer aufhielt; ich sah ein, daß es Cossst'n theils durchdie Beschaffenheit der Sache an sich, theils durch die Unklug»heit mehrerer Herzöge schwer gemacht werden würde, Her»zog von Briffac zu werden; ich sah aber zu gleicher Zeitrin, wie wichtig cs für die Erhaltung der herzoglichen Würdescy, daß er es würde; ich eilte also gleich den andern Mor»gen mit Hrn. von Tremouille und Rochefaucault darüber zusprechen und es gelang mir so gut sie aizf meine Seite zubringen, daß sie mir versprachen, Coffst nach Kräften zu un<terstutzen und, im Fall die Sache so weit käme, Parlhei sürihn zu nehmen. Ich hatte wohl gethan, keine Zelt zu ver»licreu; denn noch denselben Abend, wo wir im Salto», demnachherigm Zimmer des Königs, das Cvucher des Königs er»

war»