Aguesseau. i r
genöthigt, im Conseil der Regentschaft oder in einer andernSitzung, so schwankte er bis zum Moment, wo er sich ent,scheiden sollte, unentscktüssig hin und her, mit aller Redlich,keit sich bald für die eine, b»ld für die andere Seite cntschei»dend, und wenn die Reihe an ihn kam, so votiere er, wiees ihm der Moment eingab.
Wae ick vom Herzog von Chevreusr gesagt habe, wieder,hole ich auck van dem Kanzler: er war ein juristischer Gril,lenfänqer, auch waren sie beyde sehr gute Freunde. Diealte Herzogin von EstrecS, Vaubrun, eine Dame voll Witzund seine güte Freundin, wurde einst von jemand angelegen!,lich gebeten. sich bey ihm für ihn zu verwenden; sie suchtesich davon loSzumachen, denn sie kannte das schlimme Ter,rein. Aber, Madame, sagte der Client, er ist ja Ihr ver,trautester Freund! Das ist wohl wahr, antwortete sie, aberman muß gute Angen haben, wenn inan ihn dafür crken,nen will. Diese Fehler kamen von seiner allzugroßcn Schärfedes Verstandes. von seinem Reichthum, von Ansichten undseiner allzugroßen Uebuug im Parket. UebrigenS war erein gelehrter Mann, liebte die gelehrten Sprachen, die Phy«sik die Mathematik und Metaphysik. In diesen Wissen«schäften übte er sich für sich, auf seinem Zimmer, mit seinenKindern und unbekannten Gelehrten, brachte dabey unend«sich viel Zeit hin, und setzte dadurch oft diejenigen, die mitihm zu thun hatten, in Verzweiflung.
Für die Wissenschaften war Aguesseau eigentlich ge,schaffen; er wäre auch wohl ein vortrefflicher Obcrpräsidcntgewesen; aber an seinem Platze wäre er eigentlich gewesen,wenn er das Direktorium der Acadcmieen, des OberservatorriumS, des coile^e i-ovsl und der Bibliothek gehabt Härte.Da hätte er mir Gelehrten als mit seines Gleichen zu thungehabt und nicht mit der Welt, die er nie kannte und fürdie er, die Höflichkeit ausgenommen, keine Bildung harte.
Der Herzog von Grammont fragte ihn einst, ob er, seiter Kanzler fty, bey diesem häufigen Gebrauch der Schicanenund bey dieser Langwierigkeit der Proccsse, nie dran gedachthabe, ein Reglement zu entwerfen« wodurch diesen Schurke,reyen Einhalt gechan würde *).
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*) Wenn man nimmt, was für Summen der König vo» denJusiizbkdientcn an Abgaben auf die Aemter, an Jwpot auf
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