rc> Agueffeau.
che nicht in bi- Form passen, oder solche Processe, welche esdem Königs beliebt, vor seinen Richkerstuhl zu fordern unddie er ganz allein entscheidet, indem in solcken Fällen dieMitglieder nichts rhun, als daß sie ihre Meinung sagen.
Entweder mußte also der König das Formular so gutwie ein Procureur verstehen, oder er mußte bey der Ent«scheidung sich blind auf die Redlichkeit derer verlassen, welchesie verstanden; aber die Mitglieder dieses Conseils wissendavon so wenig, wie wir wißen, oder haben es wieder ver-gessen, wie die Staatssekretärs, welche daselbst referiren oderwenigstens votiren, wenn ein anderer Referent da ist, und dieweder Zeit noch Lust haben, es zu lernen.
Der Kanzler machte zwey oder dreymal den Versuch,bas Formular ins Conseil der Depeschen cinzusühren. Zchstand zwar mit ihm in gutem Vernehmen, aber ich tratallemal gegen ihn auf und bestritt seinen Vorschlag; und erwar auch jedesmal vergeblich, wiewohl nicht ohne großenWiderwillen von feiner Seile, den er öffentlich äußerte.
Der lange Dienst im Parket hatte den nachtheiligstenEinfluß auf Agnesseau's Geist gehabt: die Arbeit des Parrgucts ist, die Gründe, welche für bende oder für dre verschickdenen Partheyen sprechen (denn es gibt deren oft mehrere-cy einem Proceß) aufzufinden, zu unterjuchen, zu prüfenund gegen einander zu halten; und diese Art von Bilanzwird nun mit allem Reiz und Schmuck der Beredsamkeitausstaffirt, ohne daß die Richter wissen, aus welche Seiteder Oberadvokat treten wird, bevor er sein Resultat ang«fangen hat.
Der Gencralprocureur, der nur schriftliche Entscheidunggibt, ist zwar zu dieser Ausstaffirung nicht verbunden, aberdoch zu jener Prüfung und Bilanzirung, ehe cs an die Ent«scheidung kommt. Diese ewige Beschäftigung nun, die ihmin den vier und zwanzig Jahren zur Gewohnheit werdenmußte, hatte ihn bey seiner Scrupulosität in Rücksicht aufBilligkeit und Form, bei seinem Reichchum an Ansichten undseiner Gelehrsamkeit im Reckte zu einer Unentschlossenheitgebildet, vermöge der er alles bis ins Unendliche verlängerte.
Er selbst litt am meisten darunter. Er litt allemal Ge»hmtsschmerzeu, wenn-er sich entscheiden sollte. War er dazu
genö-