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Abteilung 2 Bd. 25 (1803)
Entstehung
Seite
266
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gerungen wenig gewohnt war. Er wiederholte seine Nerfmche: Madame Scarron erwiederte, noch ehrerbietiger alsvorher, ^mil Vorstellungen von dem Zorn des Himmels überdie bisherige Lebensweise des Königs; nie würde sie die Ur«sache von Frankreichs Unglück seyn, wenn ja der Himmel di«Sünden seines Königs strafen wollte.

Ludwig XIV. erstaunte über die hohe Tugend der Witt«we Scarron; vieijähriger Genuß hatte ihn ermüdet. IhrBeispiel, da sie Gewiffcnsruhe dem Vergnügen, und die Gott«heit einem Monarchen verzog, überredete ihn, daß ein guterChrist sehr wohl in diesem Leben eine Art von Glückseligkeitgenießen könnte, die ihm noch unbekannt und wünschenswerthwäre. Frau von Maintenon, die er häufig besuchte, bestärk«re ihn in seinem Vorsatz, zeigte ihm beständig die Höllenpfor«ten offen, und dagegen die Glückseligkeit der Frommen.Ganz in Bewundrung vcrlvhrcn, erzählte der König jededieser geheimen Unterredungen der Königin wieder. DieKönigin, die nun-wohl die Unmöglichkeit einsah, den Königbeständig zu machen, sah es wenigstens lieber, daß er einefromme Dame vorzog. Za, sie fühlte sich ihr gewissermaeßen verbunden; trug auch selbst dazu bei, daß sie zur zweptten Dame b'alvur bei der Dauphine, einer gebornen Prin«zeffin von Bajern, ernannt wurde-

Nach der Entfernung der Montespan und nach dem Tode derKönigin herrschte die Frau von Mair-.tenon dreißig Jahre langals umzrnschränkte Gebieterin. Einfluß haste die verstorbeneKönigin nie gesucht, nicht einmal gewünscht; desto mehr bekamdie neue Fovoritin. Nachdem der König auf ihr künstliches Ein«geben fromm geworden war, brauchten sie die Jesuiten, um denZieligivnsangeleaenheiren eine neue Wendung zu geben; sieaber bediente sich wieder der Jesuiten, um die Hand de«Königs zu erlangen. Sie vergab alle Stellen zum Vortheilsolcher Leute, auf deren Ergebenheit sie rechnen konnte, undentfernte diejenigen, die ihr gleichgültig waren. Sie bestärk«te den König in seinen fromme» Gesinnungen durch Erzäh«lungen von fürchterlichen Träumen, die sie wegen seiner vor«herigen Liebschaften gehabt haben wollte. Sic gewann denPater de la Chaise, den Peichtoater des Königs, durch Ver«sprechen von Beförderung und Aufhelse» seiner Familie, wo-ran ihm alles lag. Sie gewann die ganze Gesellschaft Jesu