ganzes Betragen geschildert und, indem er ihreMikge««offen in der höchsten Gewalt, als Orri und Aubigny,noinnte, von letzterm, deffen Gemalt er sehr großvorstellte, die Anmerkung hinzugefügt hattet daß erihr Ecüyer fty und daß sie mit ihm, wie jedermannglaube, vermählt sey. Ganz vor Aerger und Wuthauffer sich, schrieb sie an den Rand: „vermählt? das isteine Lüac;" zeigte hierauf den Brief mit diesem Zusahdem Königs und der Königin von Spanien und nochmehreren vom Hofe und vollendete ihre Unbesonnenheitdadurch , daß sie den so glossirten Brief an den Kö-nig von Frankreich schickte und sich zugleich in den leb-haftesten Ausdrücken über den Abba beschwerte, daßer, gegen ihre Uebcreinkunft, den Brief ohne ihrWiffen geschrieben und durch die gemeldete jüge vonihrer Heirakh mit Aubigny ihre Ehre so sehr beschimpfthabe. Aber der Abbü beklagte sich eben so laut überdie Verletzung des Briefrechtcs und über die Beleidi-gung seines Charakters und des dem Königs schuldi-gen RespecteS, den man so wenig geachtet, daß maneinen Brief des königlichen Gesandten an Se. Ma-jestät aufzufangen, zu erbrechen und publik zu machengewagt habe.
Die Königin von Spanien war auf Anreizungder Urstns gegen den Abbe- sehr aufgebracht. DerKönig nahm wenig Thcil an der Sache, doch so vieler sich dafür intcressirte, war er auf Seiten der UrsinS.Vielleicht sah er vermöge seines richtigen gesunden Ver-standes , an dem es ihm nicht fehlte, den er aber im-mer verbarg , die Abscheulichkeit der Sache ein undwollte nichts damit zu chun haben; oder er war, ver-möge seiner natürlichen GemüthSruhe, nicht fähig, sichfür eine Partie zu entscheiden. Der auf diese Artgloffirte Brief nebst Beschwerden gegen den Abbö,
ge.