Druckschrift 
Abteilung 2 Bd. 25 (1803)
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

187

/

hatte die abscheuliche Absicht wirklich erreicht und dieso unerhörre Vermischung ganz zu Stand gebracht,nachdem er zum Abscheu der ganzen Welt, der culti-virte» und unenleivirten, sich selbst mit doppeltem Ehe-bruch befleckt hatte, woran er aber die Welt bald zugewöhnen wußte.

Den Weg zu Ehre und Glück konnte man sichnur durch die Gunst und Protection der Bastarde öss»neu, und die Protection der Prinzen vom Geblüt,von Monsieur an, war immer ein unüberwindlichesHinderniß sür jeden, der sie besaß.

Dieß mar die Frucht jenes grenzenlosen Stolzes,vermöge dessen der König die Bastarde und die Prin-zen seines Geschlechts mit so verschiedenen Augenvnsah.

Denn die durch ächte Erzeugung vom königlichenGeschlecht abstammenden, dem Throne angehörigen ^

Prinzen, sah er als Kinder des Staates und der Kro- I,ne an, durch sich selbst ohne seine Unterstützung groß;die Kinder seiner siebe hingegen liebte er als Spröß-linge seines eignen Blutes, die, vermöge der Gesetzealler angestammten Größe beraubt, nur durch seineMacht gehoben werden könnten und müßten. Stolzund Zärtlichkeit vereinigten sich zu ihrem Vortheil unddas stolze Gefühl der Macht sie' aus dem Nichts em-Mheben zu können, und eine gewisse Eifersucht gegendie andern Prinzen, die ihre angestammte Größe ohneseine Veyhülfe behaupteten, gaben dieser seidenschastimmer mehr Nahrung.

Es beleidigte seinen Stolz, daß er die Natur nichtersetzen konnte, und er suchte seine Bastarden anfangsdurch Rang und Reichrhum den Prinzen vom Geblütwenigstens zu nähern. Später suchte er sie durch viel-fache ganz unerhörte und unschickliche Ehen mir einan-der zu vermischen, und zu eener einzigen Familie zu

ve»