Druckschrift 
Abteilung 2 Bd. 25 (1803)
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

lange Zeit eines der sonderbarsten Schauspiele. Viel-leicht brauchte Nangis, seiner Geliebten zu getreu,den Reiz der Eifersucht oder war eS zufällig; genuger bekam einen Nebenbuhler. Maulevrier, Sohnei,,es Bruders von Colbert, der vor Gram gestorbenMr, daß er bey dem Avancement, wo Viileroy Marsschall von Frankreich wurde, nicht Marschall gewor-den, hatte zur Gemahlin eine Tochter des Marschallsvon Tessö. Er hatte keine angenehme Gestalt, seinGesicht war vielmehr ganz gemein; auch war ernicht sehr zur Galanterie gemacht, aber er hatte Kopfund viel Erfindung und Gabe zur Jntrigue; dabei)einen zügellosen Ehrgeiz, der durch nichts zu dampfenwar und an Leidenschaft grenzte. Seine Gattin warhübsch, aber ohne Geist, unruhig und zänkisch undbey einem schuldlosen Aeuffern höchst boshaft. Ecverschaffte sich durch seinen Schwiegervater nähern Zu-tritt bey der Herzogin von Burgund benutzte ihnfleißig und wagte eS endlich, durch das B ysprei er-muntert, de» Seufzenden zu spielen. Da er nichtgehört wurde, wagte er schriftlich eine« Versuch.Wie mau sagt, ließ sich Madame Cantin, die vertrauteFreundin Testes, von dem Schwiegersöhne bekriegenund bestellte seine Billers, die sie für Billets seinesSchwiegervaters und von unbedeutendem Inhalt hielt;Maulevrier erhielt unter seines SchwiegervatersNamen durch die nämliche Ueberbrmgcrm, Antwortauf seine BstletS. Ich will nicht hinzusetzen, was mannoch alles glaubte; genug man entdeckte diese Jntrigue,sowiedreerste, und beobachtetedabey das nämlich SnU-schweigen. Unter dem Vorwand freundschaftlicherTheilnahme half die Herzogin der Frau von Maule-vrier die nahe Abreise ihres Gemahls und die crstcnTage seiner Abwesenheit beweinen, wobey Frau vonMamtenon einigemal gegenwärtig war. Der ch,ofN. Dei,ku?tzrvigk. XXV. 2cv. M lach-