r?S
XU.
Anecdoten vom Herzog von Burgund.
Die Zeitordnung führt mich hier auf einige Anekstoten von den Prinzen von Geblüt. Der Herzogvon Burgund harre in dem Kriege in Flandern Gama-ches zum Begleiter. Dieser war nicht fähig sei» Rath-geber zu seyn, aber er konnte sich nicht enthalten, ihmöffentlich und privatim die jugendlichen Fehler zu ver-weisen , die sich der Prinz und nach seinem Beyspielder Herzog von Berry bisweilen erlaubten. Er sagteihnen oft, sie würden in der Art bald einen Meisterüber sich haben, nämlich Len Herzog von Bretagne.
Einst kam er im Gefolge des Herzogs von Bur-gund aus der Messe, er hätte ihn lieber auf demPferde gesehen und in seiner Lebhaftigkeit sagte er ganzlaut zu ihm: Sie werden das Himmelreich besitzen,aber die Herrschaft der Erde werden Prinz Eugen undMarlborough eher als Sie erlangen. Aber noch mehrErstaunen verdient die Freimüchigkeit, mit der erdenbeyden Prinzen öffentlich ihr Betragen gegen den Kö-gin von England verwies. Der arme Fürst betrugsich in seinemJncognito gegen diese Prinzen mit einemRcspect, als wenn er ein simpler Privatmann gewe-sen wäre; dis Prinzen mißbrauchten sein Betra-gen mit der anffcrsten Unbescheidenheit und vergaßengänzlich, was sie ungeachtet desiJncognitos, seinemRange schuldig waren. Sft ließen ihn fast immerunter den Haufen der Höflinge in ihren Vorzimmernstehen und sprachen fast gar nicht mit ihm. DieseUnbescheidenheit, deren sie sich den ganzen Feldzug überschuldig machten, gab um so mehr Aergerniß, da derRitter von St. Georg sich durch sein Betragen disAchtung und Liebe der ganzen Armee erworben hatte.
Ge-