Druckschrift 
Abteilung 2 Bd. 25 (1803)
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

-43

sie beständig die ,fürchterlichste Eifersucht entzweite under sie immer zu versöhnen suchte. Sie hatten alle ih-re Anhänger und machten diesen kleinen Hof sehr un-ruhig/ die Zänkereien der leidenschaftlichen boshaftenFrauen ungerechnet, die in Menge an Monsieurs Ho«ft waren und mit denen er sich divertirte.

IV.

Charatterisük des Herzogs-

(Monft Duc.)

Der Herzog war von der kleinsten Statur, dieeS geben kann; ein unförmlich dicker Körper, einentsetzlich großer Kopf und das häßlichste Gesicht mach«ten ihn fürchterlich. Man behauptete, er verdankediese Gestalt einem Zwerge der ersten Prinzessin vonGeblüt.

Er war von blaulichgelber Gesichtsfarbe, seineMienen waren fast immer grimmig, aber dabey stohund kühn> und man hatte Mühe sich an seinen An-blick z« gewöhnen.

Er hatte Kopf, Lectüre, Reste einer vortreff«lichcn Erziehung, und wenn er wollte sogar Höflich-keit und einnehmendes Wesen, aber er wollte nur zuselten. Er hatte weder den Geiz noch die Ungerech-tigkeit und Niedrigkeit seiner Vater geerbt, aber erhatte ganz ihre Tapferkeit und hatte Studium undEinsicht in der Kriegskunst gezeigt. Er hatte aberauch ganz ihre KoSheik und alle ihre List und Ge-schicklichkeit, sich durch feine Usurpationen zu vergrö-ßern und mehr Kühnheit und Leidenschaft als ,sie.Seine böser, Sitten galten ihm für Tugenden und sei-