ti?ar einer der heißesten Sommertage. Es ist unglaub-sich, wie die Feinde in den wenigen Stunden, die siezum Verschanzen hatten , noch dazu großtenrheils inder Nacht, die so weitläufigen Verschanzungen zwi-scheu den beyden Dörfern (wir haben sie die Ver>schanzungen der Fronte genannt) von vier Fuß Höhemit riesen und weiten Gräben, vollkommen regelmä-ßig in den Flanken, mit kleinen hie und da ange-brachten Rcdouten, mit Thoren und Oeffnungen,mit halben Monden bedeckt, fertig bringen konnten.
Die beyden Dörfer, die mit dicken Hecken undmit Gräben nach der Sitte des Landes umgeben waren,hatten sie noch bester befestigt, als die übrigen Verschon-zungen. Die ungeheure Menge von Todten, womitdie Gaffen von Nerwinden Haufenweise bedeckt waren,zeigte, welchen Widerstand man daselbst gefundenhatte. Auch kam den Feinden ihre Hartnäckigkeittheuer zu stehen, ihr Verlust wurde auf 20000 Manngeschaßt. Unser Verlust kann ungefähr die Hälfte sohoch gerechnet werden.
Die Feinde verlohrcn alle ihre Kanonen, achtMörser, viele Munitionswagen, Standarten undFahnen und einige Paare Pauken. Unser Sieg warvollkommen. Den Prinzen von Oranien befremdetees, daß das ununterbrochene Feuer seiner Artillerieunsere Kavallerie gar nicht zum Weichen bringen konn-te, die ohne sich zu rühren, in ungebrochenen Linien,das Feuer aushielt. Aufgebracht sprengte er hin zuden Batterien und schalt die Kanoniers, daß sie nichtbester träfen; als er aber die Wirkung seiner Artilleriesah, wandte er sein Pferd um mit den Worten:„Welche freche Nation!" Er und der Chursürst vonDaiern hielten bis zu letzt im Kampfe aus; erst da siesahen, daß nichts mehr zu hoffen war, zogen sie sich