nach Paris wandern mußte, mit dem Verbot, nichtbey Hof zu erscheinen. Diese ihre Tochter hatte zuihrem ersten Gemahl Nangis gehabt, hatte aber eineäußerst schlechte Ehe mit ihm geführt, und «einenSohn zu Grunde gerichtet, wiewohl es nicht so schien.Sie war sehr reich. Nachher wurde sie von Blanzaischwanger, der von der Armee zurückkommen mußte,um sich mit ihr zu vermählen. Sie kam schon in derNacht, wo sie getraut worden waren, mit einer Toch-ter, der Frau von Tonnere, nieder. Niemand konn-te mehr Verstand und List, mehr Liebenswürdigkeit undEinschmeichlungSgabe, mehr Anmuth, Gewandtheitund Feinheit deS Witzes haben, niemand konnte so sei-ne Sprache in der Gewalt haben und sie so nach den Um-standen movificiren als dieses Weib; übrigens hatte sieden boshaftesten, schwärzesten, gefährlichsten Character,Len ein Mensch haben kann, im höchsten Grad falschund hinterlistig. Die rügen flössen ihr vom Munde wieWasser und mit dem Anschein der größten Wahrhaf-tigkeit und Treuherzigkeit, so daß sie im Stande war,senke zu überzeugen, die mit der größten Gewißheitwußten, daß sie Unwahrheit sagte. Sie war eineSirene, vor der man sich nur durch die Flucht rettenkonnte, wenn man sie auch noch so gut kannte. IhreUnterhaltung war äußerst reizend, und niemand wußtemit solchem Witze und so fein, aber auch mit solcherGrausamkeit lächerlich zu machen, sogar was nichtlächerlich war. UebrigenS liebte sie nur allzusehr ga-lante Abentheuer, so lang es ihre Gestalt gestattete,nachher, ohne sehr delikat zu feyn, gab sic sich denniedrigsten Menschen hin. Bey allen diesen Fehlern,wovon sie die mehresten zur Gesellschaft untauglichmachten, war sie dennoch die Königin der Gesellschaf-ten am Hofe und in der Stadt. Ihr Zimmer wurdenie von dem glänzendem, bessern Theil der Gesellschaftleer, die ihr entweder aus Furcht oder Bewunderung
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