die Neigung, überall zu gefallen, Freunde zu haben,Wichtigkeit und Ansehn zu genießen. Ihre Bcstre-bimgen waren auch nicht ohne Erfolg, da sie die gut,müchigste Dame war, bey ihrem Reichthum bcstän»dig ein gutes Haus machte und einen guten Tisch führ-te, und/ ohne niederträchtigzu seyn, sich in die Welt zufinden wußte» Auch war sie Hofdame der Königingewesen. Sie vermählte sich zum zwe»tenma!e mitdem Herzog von Lüde, welcher Generalfeldzcugmeisterund vom Königs sehr geliebt, übrigens ein Mannnach der Mode war und ein großes Haus machte.Sie liebten sich beyde sehr, und lebten sehr gut miteinander, erstarb aber, ohne Kinder mit ihr zu ha-ben. Sie blieb immer am Hofe, wo der Glanz ihresHauses, ihr feines Betragen und ihre Gutmütigkeitihr viele Freunde erwarben, und wo sie, ohne cs nö-thig zu haben, bloß weil es ihre Nacur war, den Mi-nistern und den Personen von Wichtigkeit, sogar dieValetS nicht ausgenommen, den Hof machte. DerKönig und Frau von Maintenon konnten sie aber nichtleiden. Sie war fast nie bey den Parrhien zu Marlyund in den ausgezeichneten Cirkeln von Damen, wel-che der König um sich versammelte. Dieß war ihreLage am Hofe, als eine Hofdame für die Prinzessingewählt werden sollte, welcher die Erziehung undFührung derselben anvertraut werden könnte. DennFrau von Maintenon hatte sich vorgenommen, die un-mittelbare Aufsicht über sie zu führen, um zugleichStoff zu haben, den König zu unterhalten. DenSonnabend, den Tag vorher, wo der Hofstaat derPrinzessin declarirt werden sollte, unterhielt sich derKönig, der wegen seiner Pestbeule das Bette hütete.Mittags zwischen zwölf und ein Uhr mit seinemBruder ganz allein. Monsieur, der immer neu-gierig war, suchte das Gespräch auf die Wahl derHofdame zu bringen, die gar keinen Aufschub litt.
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