Druckschrift 
Abteilung 2 Bd. 25 (1803)
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

y4 -----

er sie erst sich versaufen ließe. Sie gingen also einst,weilen in der Prinzengallene herum; und erst zuleht,als ihm die Zeit lang wurde, trat er in de» Saal.Hier sah er die Maske mit den vier Gichtern undund auch sein Porträt darunter, er schien aber sstchtdavon betroffen zu senn lind ließ sich nichts werfen.Sein Freund hatte ihn übrigens zum Glück vor derMenuet bewahrt. Die Dame besserte sich, und kammir niemanden wieder i»S Gerede, ob sie gleich sehrschön war. Durch ihr musterhaftes Betragen inGesellschaft und bey Festen verdunkelte sie alle andre Da-men, selbst die schöner waren als sie.

Bald darauf fiel auf einem Ball zu Marly eineähnliche Scene vor. Der Herzog und die Herzoginvon Luxemburg befänden sich zu Marly. Die Herzo-gin , die sehr ausschweifte, ging ungern zum Ball,weil niemand mit ihr umgehn wollte. Damals wardie Verderbtheit der Sitten noch nicht so hoch gestie-gen; jetzt ist man längst von dieser grillenhaften De-likatesse zurückgekommen. Der Herzog war der einzi-ge in Frankreich, der das Betragen seiner Gemahlinnicht kannte, die ihn übrigens mit aller möglichenKlugheit, Aufmerksamkeit und scheinbarer Freundschaftbehandelte, so daß er keinen Verdacht gegen sie hatte.Da an Tänzern fehlte, so forderte der König dieje-nige dazu auf, die schon über diese Jahre hinauswa-ren, unter andern auch den Herzog von Luxemburg.Er mußte maskirt seyu, und der erste Prinz von Ge-blüt, der von Herzen gern neckte, nahm es über sichihn zu maskier«. Er war fein Freund, aber er hattefür niemanden auf der Welt Freundschaft und nahmsich vor, dem Hofe eine Posse zum Besten zu geben.Er bat ihn zum Souper und maskirte ihn nach seinereignen Erfindung. Auf den Bällen wurde gewöhn-lich wie zu Versailles ein längliches Viereck svrmirt,

vorn