Welt Augen bereitete, verstärkte^ immer mehr seineNeigung für diese listige auögelernte Buhlerin; unddie lebhafte Eifersucht der Ftau von Montespan, diein ihrer bösen Laune unaufhörlich und ohne alle Zu-rückhaltung die giftigsten Ausfälle auf den König undFrau von Maintenon rhat, machte ihn nur beharr»lichcr. Auf diese Vorfälle am Hofe beziehen sich häu-fig die so schön und in einem rätselhaften Witz ge-schrieben«» Briefe der Frau von Sevigne an die Frauvon Geignan. Frau von Maikenon war mit ihr inParis häufig umgegangen » so wie auch mit Frau vonCoulange und Frau von la Fayette, und jetzt fing siean, sie ihr Gewicht fühlen zu lassen. In ViesenBriefen findet man auch viele interessante Beziehun-gen auf die geheime aber glänzende Gnade, welcheFrau von Soubise genoß.
VI.
Ihre Vermählung mit dem Könige.
Die Vorsehung, die alles so wunderbar nach ih-rer Allmacht-zu fügen weiß, ließ es auch geschehen, daßdie Königin gerade so lange lebte, biS diese Neigungdes Königs ihre größte Stärke erreichen konnte, ohnejedoch bald genug wieder zu erkalten. Der unglück-lichste Fall, der sich für Len König und, wie uns dieFolgen zeigen, für den Staat ereignen konnte, war derschnelle Tod der Königin, der durch die Unwissenheitund Hartnäckigkeit des Leibarztes d'Aquin erfolgte, ge-rade als jene neue Liebe in der vollsten Biüthe stand, nach-dem die alte Geliebte wegen ihrer unausstehlichen Lau»ne ohne Rettung verstoßen war. Diese herrische Schö-lle, die zu herrschen und sich angebecct zu sehen gewoynt
V 2 war.