Montespan schrieb, wurden dein Könige zu lesen ge-geben; er fand sie gut geschrieben, und laS sie gern.Seine Abneigung gegen sie fing an abzunehmen. Dieüble saune der Frau von Montespan that das übri-ge, da sie von ihr allzu oft geplagt war und sie gar nichtzurückzuhalten pflegte. Der König mußte sie mehrals irgend jemand empfinden, und ob er sie gleichnoch liebte, so schmerzte ihn doch dieses Betragen tief.Frau von Maitenon machte der Frau von Montespandeßwegen Vorwürfe, während diese ihr selbst dadurch ei-gentlich die besten Dienste leistete; und diese Bemü-hung, die Mätresse zu einer bessern Laune zu gewöhnen,belohnte sich ihr vortrefflich. Der König gewöhnte sichnun, bisweilen mit ihr zu sprechen, er ausserte gegensie, wie er wünschte, daß sie Frau von Montespanbehandeln möchte, und endlich entdeckteer ihr seinenKummer in Rücksicht seines Verhältnisses mit ihr,und fragte sie um Rath. So schlich sie sich nach undnach in das engste Vertrauen ein, selbst mit Hülfedes Königs und ihrer Hinterlist. Sie wußte es sogut zu benußen, daß es ihr endlich gelang, das Vcr-hältniß des Königs mit Frau von Montespan gänzlichzu untergraben, die nur zu spät gewahr wurde, daßsie ihm entbehrlich geworden war.
Nunmehr fing sie auch ihrerseits an, sich zu bekla-gen , was sie alles von der Mätresse dulden müsse,da nicht einmal der König von ihr verschont blieb;und indem sich beyde so gegenseitig über Frau von Mon-tespan beklagten, bemächtigte sich Frau von Mainte»non auf einmal ihres PlaheS, und wußte sich vor-trefflich darin zu befestigen. Das Schicksal —- umhier nicht den Namen der Vorsehung zu mißbrau-chen — das dem stolzesten der Könige die tiefste, diedauerhafteste und unerhörteste Demüthigung vor aller
Welt