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Colbert hingegen hatte von seinen Pflichten undvon ihrer Belohnung eine viel höhere Idee. Ekblickte eines Tags aus seinem Landhaus auf die blü-henden Fluren seiner Nachbarn, und man sah sichseine Augen mit Tdränen füllen. Da ihn ei-ner seiner Freunde hierüber fragte, gab Colbert zurAntwort: „könnte ich doch dieses Land glücklich ma-chen, und möchte dafür meine Gnade bey Hof undmein Einfluß verschwinden, und in meinem HofeGras wachsen." Um dieser Thränen willen istColbert liebenswürdig und welcher Mensch fühlt sichnicht durch diese Zeichen der Menschlichkeit mehr noch/als durch seine Größe ihm ergeben!
Sind denn aber nicht auch Mängel von Colbertanzuführen? Ohne Zweifel hatte er feine Fehler,aber sie sind für uns durch seine Tugenden so be-deckt, daß wir, um sie aufzufinden, erst den Neidzum Führer wählen müßten. In seiner Verwal-tung aber Fehler zu finden, ist nichts, als eine Kunst,die er uns selbst durch die Vortrefflichkeit derselbenlehrt. Da nun feit hundert Jahren seine Fackelden Erfahrungen und Beobachtungen anderer vor-leuchtete, so kann das Verdienst, einige Schritteweiter gemacht zu haben, wenigstens gegen ihN nichtgeltend gemacht werden, r 6gz wurde Colbert tödt-lich krank. Er war zu Paris; Ludwig XlV kamvon Versailles, um ihn zu besuchen, und ganz Frank-reich lheilte dieses Zartgefühl. Man sagt, Löcherthabe seinem König, wie Sully, eine Berechnungseines eignen Vermögens vorgelegt, zum Beweis,daß dasselbige seinen ersten Fond nur durch die Gna-denbezeugungen, die er vym König erhalten hatte,übertreffe.
Er starb mit Frömmigkeit, wie er gelebt hatte;denn nie halte er seine Größe gemißbraHhk, um die
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