XXXIV Colbms Verdienste
hätte aufopfern wollen. Es ist ein großer Unter-schied zwischen privilegieren und ausschließlich be-günstigen. Oft hängt die irrige Beurcheilung blosan dem Ausdruck; unsre Gedanken schaffen sich zwarWorte, aber nicht selten beherrschen die Worte denGedanken-
Viele haben Colberts bisher bsschriebne Ver-dienste zugegeben; aber, riefen sie aus, durch dieseBegünstigung der Künste und Manufakturen, durchdiese Verbreitung des Handels, diese Vermehrungder Nationalreichthümer, was wurde hierdurch be-wirkt, als ein Steigen des Luxus, welcher die Kräfteund öffentliche Glückseligkeit untergrabt!
Wären diese Klagen gerecht, so hätte sichCol-bert über die Mittel getäuscht, seinen Zweck, dasöffentliche Wohl, zu erreichen. Ehe mau urtheilt,müssen. die Vorurlheile über den Luxus zerstreutwerden. Das Eigenthumsrcchk bringt Ungleichheitin den Besitzungen hervor; hierdurch entstehen Un-gleichheiten in den Genüssen und das Wort „Luxus"bezeichnet nichts anders, als den Zustand, in wel-chem einer mehr Besitzungen und Genüsse hat, alsder andere. Anhausen würbe sich dieser Luxus nicht,wenn mit jeder Generation die Früchte ihrer Arbeitzugleich verschwanden; nun aber bleibt eine gro-ße Menge von Erzeugungen der Erde unddeSKunst-fieißcs langer, als der einzelne Mensch; die beweg-lichen Reichthümer häufen sich deswegen in der Ge-sellschaft, bis ausserordentliche Umwälzungen der Din-ge sie zernichten. Jndeß kommt das Gesummte zu
hen