VIII
Colberts Verdienste
sich hören; die zerrütteten Finanzen foderten einemWiederherstellcr *).
Auf Colbert waren bereits die Augen jener we-nigen gerichtet , die zu beobachten und zu urthciienwissen, und durch deren Entscheidung unvermerktdie öffentliche Meinung bestimmt wird. Ludwig XIV
nahm
*) Als Mazarin starb, betrugen die Abgaben yc> Mil»lionen; aber davon kamen nicht 40 in die königlichenKaffen. Selbst das reine Einkommen wnrde auf zweyJahre anticipirt: der Schatzmeister ließ sich die Auslagevon den Einnehmern 1 oder r-Zahre zum voraus bezahlen ;und die Kassenbillets wurden denjenigen, welche dieAuszahlungen halten, als baares Geld zugerrchnet.Diese Unordnung nützte Fouquel zur Verschwendungder königlichen Gelder: er hielt nicht einmal ordentlicheBücher über Einnahme und Ausgabe; von den Jahren16^6 bis 1660 hat nie» als ordentliche Rechnung abrgeiegt werden können. Colbert, sein Nachfolger,führte in allen Theilen deS Finanzwesens von neuemOrdnung, Bestimmtheit und Billigkeit ein. Zugleicherklärte der König: er wolle die Direktion dieses Zweigsder Staatsverwaltung allein übernehmen, und die Rech»nunge» alle Monate durchsehrn, berichtigen und unter«zeichnen.
Im I. i66l betrugen die Pachtungen und Aufla.gen 8t,rri,vc,ü Liv-, und lS8; betrugen sie 116,87;,478 Liv. — Mithin harte Colbert die königlichen Ein»künfte mit ;r,6;r,z8a Liv. vermehrt; wie sich aus denNachrechnungen der Brüder Paris ergab. Nach ihmhat beständig Unordnung <„ den Finanzen geherrscht.(Memoiren von Dürlos.)