Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Vier und zwanzigster Band (1802)
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

wegen seiner Liebe zu der Frau von MonteSpan fürseinen Staat und seinen Ruhm so nachteilig war.Nachdem im Jahr 1672 alles erobert, alles einge.nommen war, und Amsterdam ihm eben die Schlüsselüberreichen wollte, folgte der König feiner Sehnsucht,verließ die Armee, eilte nach St. Germain, und zer«störte dadurch in einem Augenblick das ganze Glückseiner Waffen. Diesen Schimpf ersetzte er wiederdurch eine zweite Eroberung der Franche Cornt^, dieer in Person machte; dieseSinal blieb sie in den Han»den Frankreichs.

Im Jahr 1676 gieng der König wieder nach Flan-dern, und nahm Condö, Monsieur aberBouchain weg.Die Armeen deS Königs und des Prinzen von Oranientrafen so nahe und schnell bei dem Vorwerk von Heurte-biss zusammen daß sie ganz dicht voreinander stunden.Nun mußte man einen schnellen Entschluß faffen, undentscheiden, ob eine Schlacht geliefert werden sollte.Monsieur hatte sich Bouchain noch nicht genähert.Allein der König war ohne dieses der feindlichen Armeeüberlegen. Die Marschälle von Schömberg, vonHünn^reS, von la Fenillade, von Lorges rc. mit eini-gen der ausgezeichnetsten Ober-Officieren und denvornehmsten Hoficuten, hatten sich um den König ver-sammelt, um eine Art von KriegSrath zn halten.

Die ganze Armee rief zum Kampf, und die Mar-schälle alle sahen wohl was sie zu thnn hatten; alleisdie Gegenwart des Königs setzte sie in Verwirrung,noch mehr aber Louvois, der seinen Herrn kannte,und schon seit zwei Stunden cabalirke; so daß manendlich anfieng zu merken, wie die Sachen gehen wür-den. LouvoiS, der zuerst das Wort nahm und Berichterstattete, suchte die Versammelten furchtsam zu machen,und von einem Angriff abzuhalten. Der Marschall

von