nicht geben, die ich suche, und ist höchstens eine chro-nologische Zusammenstellung der Tharsachen; nichtaber eine mannigfaltige überdachte Schilderung desmenschlichen Lebens, welche ich zum Zweck habe.
Ich weiß zwar wohl, daß ich nicht alle Personenmeines Zeitalters ganz genau gekannt habe; allein ichwerde doch wenigstens über die, welche ich gekannt ha-be, mit Wahrheit und Freimüthigkeit reden. Ich wer-de mit der Beschreibung von dem Geiste der Zeit wah-rend dem Leben des Königs, und den verschiedenen Ver-änderungen, welche sich unter dieser Regierung zugetra-gen, den Anfang machen.
Ich muß von einer früher» Zeit anfangen und be-merken , daß bas XV l. Jahrhundert sich durch Unord-nung und Zwietracht auSzeichnete. Das königlicheAnsehen wurde oft verspottet und fast vernichtet. DieCabinets-Intriguen, der Religionskrieg, die Herrsch-sucht der Eatharina von Medicis, der häufige Wechselder Regenten und des Gouvernements, die Streitig-keiten der Hauser Montmorency und Guise um Kö-nigsgunst und große Güter, gaben unzähligen und oftwiederhohlcen Anlaß zu klcimrn Kriegen, Cabalen, gros-sen Grausamkeiten, und zu vielem Mißbrauch der Ge- 'walt unter den großen Herren. Da cs viele verschie-denc Mittel und Wege gab, sich emporzuschwingeuund geltend zu machen; so konnte durch persönlicheKühnheit und Verstand viel erreicht werden; man durf-te seinen eigenen Werth fühlen und zeigen. Dieß wardas Jahrhundert großer Tugenden und großer Laster,erhabener Handlungen und großer Verbrechen.
Nachdem die Ermordung Heinrichs des III, Heinrichdem i V. nicht allein einen Thron gelosten hatte, den ernur besteigen durfte, sondern ihm auch noch eine K rone zuH z erobern