abgetreten würden, ohne irgend eine andere Entschä-digung als die Wiederherstellung von Lille.
Die sonst so gedemüthigte Republik Hollandmachte jetzt den Schiedsrichter zwischen den MächtenEuropa's. Es schien als ob sie das Recht hätte, überdie Staaten derselben nach ihrem Belieben zu schaltenund zu walten, den Theil, der ihr anstündc, fürsich zu behaleen, und den Rest nach ihrer Willknhrzu vcrtheiien. Die ehrenvolle Stelle, wohin ihreMurten sie erhoben hatten, verblendete sie. IhreAnhänglichkeit an die leßtern und ihre Erbitterunggegen Frankreich waren die Richtschnur ihres Beneh-mens und der Bewegungsgrund ihrer Schritte. Sievergaß , daß der Friede nicht dauerhaft seyn kann,wenn die Bedingungen nicht der Billigkeit gemäßsind; daß man nicht nur aus den gegenwärtigen Augen-blick seine 'Aufmerksamkeit richten darf, wenn cs dar-auf ankömmt, über einen allgemeinen Frieden zu unter-handeln ; daß diese Traktaten Gesetze werden; daß eSdie Klugheit, so wie das Interesse der Souverainserfordert, die Folgen davon zu prüfen, ihre Blicke aufdie Zukunft zu richten und sich die Begebenheiten,welche sich in den folgenden Jahren ereignen können,zu vergegenwärtigen und vorauszusehen.
Vermittelst dieser und ähnlicher Uebcrlegungenkonnten die Holländer bedenken, daß der Kaiser Leo-pold nur zwei Söhne hatte, keinen andern Erben;daß einer von diesen Prinzen ohne Lcibeserben sterbenkennte; daß dann die ganze Macht des Hauses Oester«re-ch auf ein einziges Haupt fallen würde. DenGedanken, zwei Prinzen aus dem Hause Frankreichsüber Frankreich und Spanien regieren zu sehen, konn-ten sie nicht ertragen. Was aber hatten sie nicht zu fürch-ten, wenn jemals die zwischen den beiden Linien des