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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
372
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In Rücksicht auf Spanien und Toskana war man,wie sie sehen, eben so wenig unthätig, ohne Laß sieselbst eS merkten, weil es noch nicht Zeit zur Entde-ckung war. Nicht weniger aufmerksam waren wir ge-gen Frankreich, welches sich am sichtbarsten und oftfensien gegen Chigi setzte. Herr von Lionne, Ser-vienS Neffe, sprach gegen jeden, der es hören wollte,von ihm als von einem Pedanten, der eS gar nichtahne daß bei der Wahl nur von ihm die Rede seynkönnte. Der Kardinal Grimaldi, der einst, ich weißnickt welches, Mißverstandniß mit ihm gehabt hatte-sagte laut: sein Verdienst bestehe nur in der Einbil-dung. Der Kardinal von Est mußte wohl als Bru->der deS Herzogs von Modena, die Erhebung einesuneigennützigen und festen Mannes fürchten; die ein-zigen Eigenschaften, welche den italiänischen Fürstenan dem Pabst fürchterlich sind! Daß zwischen Chigiund dem Kardinal Mazarin in Teutschland sogarpersönliche Zwistigkeiten vorgefallen waren, wissen Sie.Aus all diesen Rücksichten hielten wir es für gut, dieVerhältnisse von dieser Seite her, so viel möglich, zumrlüern, weil sie uns vielleicht Hindernisse, obwohlnur schwache, in den Weg legen konnten. Nur schwa-che! sageich; denn die französische Faclion spielte indiesem Conclave würkiich eine nicht so bedeutende Roftle, daß wir nicht hätten verlangen können, so wie wires würklich thaten, wider ihren Willen einen Pabstzu wählen.

Nicht als hätte es ihr an Mitgliedern und selbstan fähigen Köpfen gefehlt. Est, der Protektor er-setzte durch sein Ansehen, seinen Aufwand und seinenMuch, was die Dunkelheit seines Geistes und dieDoppelsinnigkeit seiner Ausdrücke seinem Einfluß be-nahm. Grunalvi vereinigte mit einem stets be-haupte-

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