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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
371
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auf folgende-. Der Kardinal Montalte, ein Mit.glied der spanischen Faction, ein Mann von wenig Ta-lenten, aber vieler Gutmütigkeit, der verschwende-risch war und ein gewisses vornehmes Ansehen hatte,fürchtete sich gewaltig daß der Kardinal Fiorenzola,rin lebhafter Geist, von dem Kardinal Grimaldi, sei-nem vertrauten Freund, welcher auch in seiner Lebens-art sehr mit ihm übereinstimmte, vorgeschlagen werdenmöchte. Diese Besorgniß beschlossen wir sorgsam zubenutzen, um Montalte fast Unvermerkt für Chigi ein-zunehmen. Der alte Kardinal von Medicis, dassanfteste Gemüth von der Welt, war die Hälfte desTags durch die Länge des Conclave und das Ungestümseines Neffen, des Kardinals Jean Charles, der oftihn selbst nicht schonte, ganz abgespannt. Ich standjo gut bei ihm, Daß sein Neffe sogar eifersüchtig dar-über wurde. Was mir vorzüglich seine Freundschaftverschafft hatte, war seine natürliche Offenheit; denndurch diese hatte er meine Art, mit ihm zu verfahren,lieb gewonnen. Ich zeigte es öffentlich, daß ich ihnverehrte und widmete ihm recht sorgfältig meine Hul-digung. Dies hinderte mich aber nicht, mich übermeine Verbindung mit dem Kardinal Barberini unddem Escadron freimüthig gegen ihn zu erklären. Mei-ne Aufrichtigkeit hatte ihm gefallen; und der Erfolgzeigte, daß sie mir nützlicher war, als Kunstgriffe ge-wesen seyn würden. Ich bemühte mich, seine Den-kungsart zu schonen und urtheilte, daß ich mich baldim Stand finden würde, ihn nach und nach gegen denKardinal Barberini, der mit seinem ganzen Haus imZwist lebte, milder zu stimmen und zu bewürken,daß er den Kardinal Chigi nicht mehr für so ge-fährlich hielt, als man ihm denselben geschuoerthatte.

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