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dacht und weift, wie ich es bei keinem andern gefun-den habe. Alle Kennzeichen einer wahren und achtenGottesfurcht erhoben diese Eigenschaften oder dieseAußenseite auf eine bewundernswürdige Weise; Unddas was zu Munster zwischen ihm und Servien vor«gefallen war, lieh ihnen einen wenigstens erträum-ten Gehalt. Servien, der für den Würgengel desFriedens bekannt war, hatte sich mit dem verständigenund tugendhaften Gesandten von Venedig, Contari-ni, schrecklich en tzweit. Chigi, der wohl wußte, daß er da-durch dem Pabst Jnnocenz sehr gefalle, zeichnete sich inBemühungen sürContarini aus. Der Widerspruch Ser-viens, welcher von dem Volk verabscheut wurde, zog dieallgemeine Liebe auf Chigi und lieh ihm allen Glanzderselben. Sein Benehmen gegen Mazacin, als ersich entweder in Aix la Chapelle, oder bei seiner Rück-kunft von Münster zu Brüssel befand, gefiel Sr Hei-ligkeit. Der Pabst rief Chigi nach Rom zurück undmachte ihn zum Staarssecretär und Kardinal. Da-mals kannte man ihn blos aus den eben erzähltenThaksachen. Innoeent's Scharfblick entdeckte nun zwarbald, daß Chigi, im Grunde, weder so gut noch so reich-haltig war, als er geglaubt hatte; aber diese Einsichtschadete Chigi an seinem Glück nicht. Sie nützteihm vielmehr. Jnnocenz, welcher sein nahes Endefühlte, wollte seine eigne Wahl nicht verdammen; undChigi, der aus eben dem Grund den Pabst nur mä-ßig fürchtete, machte sich eine Ehre daraus, in denAugen der Welt als ein Mann von unerschütterlicherTugend und unbestechbarer Strenge zu erscheinen. Erhuldigte der Signora Olimpia nicht, die in Rom ver-abscheut wurde; er tadelte laut alles, was das Publi-kum an ihrem Hof mißbilligte, und die Welt, die ewigdas Spiel von dem bleiben wird, was ihrer Neigungschmeichelt, bewunderte seine Festigkeit mid seine Tu-gend,