Z66 —. —
uen nicht im Mindesten dachten, indeß dis spanischenur darauf sann, Sachetti entgegen zu arbeiten, diefranzösische aber, ihn ans Ziel zu bringen.
Es ist ein großer aber seltner Vorkheil, sich ineiner solchen Lage zu befinden. Gerade ein solcherZusammenfluß von Umständen, wie damals, ist dazunöthig; und dieser ergiebk sich vielleicht in zehntau.send Jahren nicht wieder. Wir wollten Chigi, undkonnten diesen Zweck nicht erreichen, als wenn wiraus allen Kräften für Sachetti's Erhebung arbeiteten;wir waren moralisch gewiß, daß unsre Bemühungenfür Sachetti nicht gelingen konnten; so daß die Klug,heit uns das zu thun befahl, wozu wir durch Auf-richtigkeit verpflichtet waren. Dies war nicht der ein-zige Vortheil; wir verbargen, durch unser Benehmenunfern eigentlichen Gang, und unsere Feinde konntenuns nicht treffen, weil sie immer falsch, immer dahinzielten, wo wir nicht waren. Den Erfolg dieserHandlungsweise sollen Sie hören, wenn sch Ihnenerst Chigi's Benehmen und den Grund, warum wirunsre Augen auf ihn warfen, entwickelt habe.
Er war ein Geschöpf des Pabsts Jnnocenz undLei jener Ernennung zur Kardinalswürde, in welcherich der erste gewesen war, der dritte. Er war In-quisitor in Maltha und Nuntius zu Münster gewe-sen und hatte sich allenthalben den Ruf einer untadel-haften Redlichkeit erworben. Seine Sitten warenvon Kindheit auf tadellos gewesen , und er besaß Hu-maniora genug, um sich wenigstens einen hinreichen-den Anstrich von Wiffenschast geben zu können.Seine Strenge schien mild, seine Grundsätze gerecht;er theilce sich wenig mir, aber dies wenige war über-dacht