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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
363
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ni's Phlegma gemäßigt; Ottoboni's tiefe Einsichtwußte Aquaviva's Stolz treflich zu benutzen; Omo-dei's Reinheit und Gualtieri's Kälte verschleierten,wenn cs nöthig war, Pio s Ungestüm und Albrizi'SZweideutigkeit. Azolini, einer der schönsten und hei-tersten Köpfe, wachte mit unablässiger, seelenvollerAufmerksamkeit über alle Bewegungen der verschied-neu Triebfedern; und die gleich anfangs zu mir ge-faßte Zuneigung der Kardinale Medicis und Barbe»rini, der Häupter von entgegengesetzten Factiv-rien, ersetzte bei mir im Nothfall die nöthigen Eigen-schaften, um das n>ejnige zu thun. Alle Spielerthaten das ihrige; der Schauplatz war immer ange-füllt; die Scenen waren nicht sehr mannichfalkig,aber das Stück war um so schöner, je einfacher eSwar. Was auch die Compilatorcn darüber geschrie-ben haben, so war dabei kein anderes Gcheimniß alsdas Ihnen jetzt enthüllte. Die Episoden waren frei-lich seltsam genug. Hören Sie naher.

Das Conclave dauerte, wenn ich nicht irre,vier und zwanzig Tage. Alle Morgen und alle Nach-mittage gaben wir Sachetti zwei bis drei und dreißigStimmen. Dies waren die Stimmen der fran-zösischen Faetion, der Kreaturen des Pabstes Urban,des Oncle vom Kardinal Barberini und die von demfliegenden Escadron. Die Spanier, Teutsche undMedicis gaben ihre Stimmen verschiedncn Subjektenunter allen Wahlfähigen. Sie thaten dies vorsätz-lich, um ihrem Benehmen ein geistlicheres und vonaller Imrigue gereinigtereS Ansehen zu geben. IhrUnternehmen gelang ihnen nicht, weil die äußerst re-gellose Sitten der Kardinäle Jean Charles von Me-Licis und Trivulcio, welche die Seele der Factionwaren, dir exemplarischen Frömmigkeit des Kardinal

Bar-