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Für kleine Geister sind große Namen immer vongroßem Gewicht. Frankreich, Spanien, der Kaiser,Toscana-— waren Worte, welche die Gemüther zuerschüttern vermochten. Es war nicht die geringsteWahrscheinlichkeit, daß Mazarin für Chigi stim»men konnte, da dieser zur Zeit der FriedenSunterhand-lung in Münster Nuntius gewesen war, und sich beimehr als einer Gelegenheit öffentlich gegen Servien,den Gevollmächtigten von Frankreich, erklärt hatte.Eben so wenig war es wahrscheinlich, daß Spanienihm günstig seyn sollte. Der Kardinal Trivulcio,der gewandteste Mann unter seiner Parthie und viel-leicht im ganzen Kardinalscollegium, eiferte laut ge-gen ihn als einen Frömmler. Im Grunde fürchteteer seine Erhebung, weil rhm vor seine Strenge bangewar, die ihm freilich die Fortsetzung seiner würklichärgerlichen Ausschweifungen nicht verstattcn würde.AuS eben diesem Grund war auch nicht zu vermu»then, daß der Kardinal Jean Charles von Medici-für ihn seyn sollte. Hiezu kam noch seine Geburt.Er war Sienefer und seine leidenschaftliche Liebe fürsein Vaterland war bekannt, so wie es ebenfalls be-kannt ist, daß Siena die Herrschaft von Florenz nichteben mit Leidenschaft liebt.
Alle diese Verhältnisse wurden geprüft und er-wogen. Man prüfte das Scheinbare, Zweifelhafteund Mögliche, und bestimmte sich endlich zu der vor-hin erwähnten Entschließung mit einer Weisheit, dieum so viel tiefer war, je kühner sie schien. Niemal-hat es vielleicht eine Vereinigung von Menschen ge-geben, wo jeder Ton so harmonisch für das Ganzestimmte, und alle THeilnehmer nur dazu geboren schie-nen, um mit einander im Einverständniß zu handeln.Hier sah man Jmperrali's Lebhaftigkeit durch Lomeli-