Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

Z59

zu allen Kardinälen dieser Parthie zu gehen, und ih.en zu melden: ich ersuche sie mir zu sagen, was ichzum Dienste des Königs thun könnte; ich verlangtenicht ihr Geheimniß, sondern nur dies zu wissen, wasich Tag für Tag thun sollte, um meiner Pflicht nach,zukommen.

Hierauf gab Kardinal Grimaldi dem SignoreScotti eine äusserst höfliche, ja verbindliche Antwort;die Kardinäle von Est, Bichi und Ursini hingegenbehandelten mich hochmüthig, ja verächtlich. DevTag darauf erklärte ich nun öffentlich, daß ich nichtsbesseres thun zu können glaube, als mich zu einerParthie zu halten, welche von Spanien am meistenunabhängig sey, da man mir einmal alle Mittel,Frankreich zu dienen, abfchneide. Man nahm michmit aller erdenklichen Artigkeit auf, und der Ausgangzeigte: daß ich Recht gehabt hatte.

Weniger richtig war mein Betragen, das ich zueben der Zeit gegen Herrn von Lionne beobachtete.Dieser hatte sich mit dem Kardinal Mazarin versöhnt;und ward von ihm nach Rom geschickt. Er sollte hiergegen mich würken und erhielt, um sich mit mehrWürde zu behaupten, den Titel eines ausserordentli-chen Gesandten an die italiänischen Fürsten. Da erziemlich gut mit Montresor stand, so besuchte er ihnvor seiner Abreise, und bat ihn, mir zu schreiben, daßer alles thun werde, um die Angelegenheiten zu mik«dern; der Erfolg solle mir dies beweisen. Er sprachaufrichtig und dachte würklich ziemlich gut gegen mich.Ich erwiederte dies nicht, wie ich sollte, und dieserFehler gehört nicht unter meine unbedeutendsten.Wenn ich Ihnen die Geschichte der Pabstwahl wer-de geschrieben haben, will ich Sie mit meiner Auf.

§4 füh-

i