Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
352
Einzelbild herunterladen
 

S5-- " '

In ihren Sänften und mit ihren Gefolge setzte ichmeinen Weg fort.

Bei Ponte Canbine erschreckte ein Donnerschlagmeine Maulthiere so sehr, daß meine Sänfte in einenStrom fiel und ich beinahe ertrunken wäre» Ichwar in augenscheinlicher Lebensgefahr.

Als ich noch eine halbe Tagereise von Rom ent-fernt war, kam mir der Abbe Rousseau entgegen; der-selbe, welcher mir zu Nantes den Strick, durch wel-chen ich mich rettete, gehalten, darauf sich selbst, ent-schloffen und glücklich aus dem Schloß gerettet undmich nun in Rom erwartet harte. Er sagte mir: daßdie französische Partei sich zu Rom laut gegen micherklärt hatte , und mir sogar den Eingang zu verwei-gern drohe. Ich setzte meinen Weg fort, ,fand keineinziges Hinderniß und gelangte durch das Engels-thor, nach St- Peter, wo ich meine Andacht hieltund darauf bei dem Äbbr Charier abstreg.

Hier fand ich den Zeremonienmsisicr SignorFebey, dem der Pabst befohlen hatte, Mich in der er-sten Zeit zu leiten. Der Kammer-Schatzmeister,Signor Franzoni, jetzt Kardinal, kam hierauf miteiner Börse zu mir, worin viertausend Thaler in Goldwaren, welche Se Heiligkeit mir, von tausend Artig-keiten begleitet, schickte- Des Abends besuchte ich ineiner unbekannten Chaise Signora Olimpia und diePrinzessin von Roffanne, und blos in Begleitungzweier Edelleute kehrte ich znm Abbe Charier zurück.

Am andern Morgen trat der Abbe la Rochepo.sai, als ich noch im Bett lag, in mein Zimmer. Ecwar mir gänzlich unbekannt, ob wir gleich weitläufigverwandt sind. Nachdem er mir hierüber etwas ver-bindliches gesagt hatte, fuhr er fort: er halte sich für

ver-