nun mit der Post von Florenz aus zu mir; der Baillivon Gondi aber holte mich, im Wagen deö Großher-zogs, ab, um mich nach Camogliane zu bringen, einschönes und prächtiges HauS, welches dem MarquisNicolini, seinem nahen Verwandten, gehört. Ichschlief die Nacht da und reiste den andern Morgenganz früh ab, um noch vor Nachts nach Lambrosianozu kommen, wo sich der Großhcrzog seit einigen Ta-gen aufhielt.
Er kam mir eine Meile weit bis Enpoli, einerrecht artigen Sradt, entgegen. Sein erstes Wort,nach den Begrüßungen war, daß ich in Spaniennicht die Spanier von Karls des fünften Zeit gefun-den hätte. Als er mich in Lambrosiano in mein Zim-mer geführt hatte, und ich mich, in meinem eignenZimmer, in einem Lehnstuhl über ihm sah, fragte ichihn: ob ich meine Rolle gut spiele? Er verstand michanfänglich nicht. Als er abersah, daß ich dadurchsagen wollte: ich mißkenne mich selbst nicht und nah-me den Plaß über ihn nicht ein, ohne daran zu den-ke»i/ daß ich dies zu thun schuldig sey; sagte er: Siesind der erste Kardinal, der so mit mirspricht. Sie sind auch der erste, bei demmich das, was ich thue, keine Ueberwin-dung kostet.
Drei Tage blieb ich bei ihm in Lambrosiano; amzweiten trat er ganz bewegt in mein Zimmer und sagte:Hier bringe ich Ihnen einen Brief vomHerzog von Arcos, Vicekönig'von Nea-pel, aus welchem Sie die gegenwärtigeLage des Königreichs Neapel sehen wer-den. Dieser Brief enthielt die Nachricht, daß Herrvon Guise gelandet sey; und daß es ein großes Ge-fecht bei la tour öes Orsos gegeben habe. Er hoffe,
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