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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
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scheu. Ich bemerke es, weil diese Worte bei tausendFällen im Leben angewendet werden können.

Der Vicskönig, ein Arragonischer Graf, holtemich mit mehr als hundert Wagen ab, worinn sich dergebildetste Adel von Spanien befand, und führte nnchzur Messe in die Cachedralkirche L-eo genannt, wo ichüber dreißig der schönsten Frauen vom Stande sah.Es ist bewundernswürdig, daß e6 auf der ganzenInsel keine häßlichen Frauen giebt. Wenigstens sindsie äußerst selten. Fast alle sind die reinsten Schönheitten und haben eine Farbe wie Lilien und Rosen. Ebenso sind die Weiber aus den niedrigsten Volköklassen,die man auf den Straßen sieht. Sie tragen eineneignen, sehr reizenden Kopfputz.

Der Vicekönig hatte ein prächtiges Zelt vonGoldstoff am ' Gestade des Meers aufrichten lassen,worin» er mir ein Mittagsmahl gab. Hierauf führ»te er mich in ein Mädchenkloster, um eine Musik auf-führen zu hören. Die Nonnen, welche an Schön-heit den Damen der Stadt nichts nachgaben, sangenam Gitter zu Ehren ihres Heiligen Gesänge undWorte, die zärtlicher und leidenschaftlicher waren,als die Lieder von Lambert. Des Abends machtenwir einen Spaziergang in der umliegenden Gegend,welche den Fluren von Valencia ähnlich und die reizend-ste von der Welt ist. Hierauf kamen wir zur Vicekö-nigin zurück, die häßlicher als ein Dämon war, undunter einem großen Baldachin, ganz mit Edelsteinenüberdeckt, ein wunderbares Licht auf sechSzig Damenwarf, die, aus den schönsten der Stadt gewählt, umsie versammelt waren. Mit fünfzig Fackeln von wei-ßem Wachs, beim Schall der ganzen Artillerie derBollwerke und einer unendlichen Menge Hautboistentss.Aenkwnrdigk. XA. Bd. I und