würde selbst in Begleitung des ganzen Adels gekom-men seyn, wenn ihm nicht sein König befohlen hätte,dem Gegenbefehl zu gehorchen, den ich, wie er wüßte,ihm geben würde. Dieses äufferst verbindliche Com-pliment ward, wie ich nach Sarragossa kam, vontausend und aber tausend Aufmerksamkeiten und allendenkbaren Erfrischungen begleitet.
Ehe man in die Stadt tritt, steht man von dieserSeite das Alcasar (Schloß) der alten Könige derMauren, das jetzt der Inquisition gehört. Nahedabei ist eine Reihe von Bäumen, wo ich einen Prie-ster spazieren gehen sah. Durch den Edelmann desVicekönigs erfuhr ich, daß dieser Geistliche der Pfar»rer von Occa, einer sehr alten Stadt in Arragoniensey, und hier die Quarantaine halte. Seit drei Wo-chen hatten sie dem letzten aus seinen Kirchspiel zuGrabe geläutet, der in der That der letzte von 12000Menschen war, die in seinem Kirchspiel an der Pestgestorben waren.
Der nehmliche Edelmann zeigte mir alles Merk-würdige von Sarragossa. Ich reiste, wie Sie wissen,unter dem Namen eines Marquis von St. Florent.Er zeigte mir vesir» Lsnora üei kilsr, eines der be-rühmtesten Heiligthümer in ganz Spanien, und be-dachte nicht, daß ich dies unter jenem Namen nicht se>hen konnte. Dieses wunderthätige Bild wird nehm-lich nur gekrönten Häuptern und Kardinalen unver-hüllt gezeigt. Der Marquis von St. Florent nunwar keines von beiden. Das Volk, bas beim Schallder Glocke, die nur bei dieser Zeremonie geläutetwird, aus der ganzen Stadt zahllos herbeiströmte,glrmbte, als es mich ans dem Chor in einem Kleid vonschwarzem Sammt und einfachem Halstuch sähe: ichsey der König von England. Es waren, glaube ich,