meiner Ankunft fühlen zu lassen. Sie beklagte sich,daß ich ihr mein Geheimniß nicht anvertraut hätte,obgleich sie erst den Tag vor meiner Flucht von Nan-tes abgereist war. Ihr Vater schimpfte ganz unver-holen über meine Halsstarrigkeit, mich des KönigsWillen nicht unterwerfen zu wollen und suchte Herrnvon Brissac auf alle Weise zu bereden, daß er in michdränge, dem Hof eine Bestätigung meiner Entsagungzu schicken. Im Grunde starben beide beinahe vorFurcht vor dem Marschall la Meilleraye, der übermeine Entweichung und noch mehr über die Abtrün-nigkeit dcS ganzen Adels, aufs äußerste erbittert war, unddas ganze Reßische Gebiet mit Feuer und Schwert zuüberfallen drohte. Ihre Angst gieng so weit, daß siesich einbilveten, oder es andern einbilden wollten,mein Uebelbesinden sey nur Weichlichkeit; meineSchulter sey nicht verrenkt und ich sey blos mit einerWunde davon gekommen. Der mit dem Herrn vonReß einverstandne Chirurg sagte jedem, der es hörenwollte: es sey sehr hart, daß ich mein ganzes HauSwegen einer, Weichlichkeit in Gefahr sehe, da Mache-kvut nächstens bestürmt werden würde.
Indeß mußte ich unter unsäglichen SchmerzenLas Bett hüten, und konnte mich nicht einmal um-wcnden. Aber d ese Reden machten mich so ungedul-dig, daß ich den Entschluß faßte diese Menschen zuverlassen, und nach Belle-Isle zu gehen, wo ich we-nigstens zur See weiter gehen konnte. Die Reisewar freilich sehr schwürig, denn der Marschall hattevon allen Seiten zu den Waffen greifen lassen. Dochwagte ich sie. Im Hafen la Roche, der nur einekleine halbe Meile von Machecoul liegt, schiffte ichmich auf eine Schaluppe ein, welche der Schifföcapi-tain, la GiSclgye, ein guter Seemann, selbst führen
wollte.