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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
293
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ken hiezu einen Canonikus aus der Familie Brague-lonc, der mit mir auf Schulen gewesen war, unddem ich sogar meine Probende gegeben hatte *). DasGefängniß ward ihm unerträglich, ob er sich gleichmir zu Liebe mit Freuden dazu entschlossen hatte. Erward von einer tiefen Melancholie überfallen. So-bald ich dies bemerkte, wendete ich alles an, was inmeinen Kräften stand, um ihn aus dem Gefängnißwieder weg zu bringen; aber er wollte mich hierübernie anhören. Endlich ergriff ihn das doppelte Ter-tianfieber. Er schnitt sich beim vierten Anfall mit ei-nem Rasiermesser die Kehle ab. Die Art seines To-des wurde mir, aus Menschlichkeit, während meinerGefangenschaft verborgen. Doch wußten meineFreunde das Tragische davon genug ins Licht zu sehen,und das Mitleiden des Volks für mich noch zu ver-mehren.

Dieses Mitleiden vermehrte aber auch des Kar-dinals Schrecken, so, daß er den Gedanken faßte,mich nach Amiens, Brest und Havre de Grace brin-gen zu lassen- Ich erhielt davon Nachricht und stelltemich krank. Man ließ durch Vesou untersuchen, obich es würklich sey; von seinem Bericht ist mirvcrschie-den gesprochen worden. Der Tod des Erzbischoffsverhinderte den Plan zur Versetzung, weil er die Ge-mächer so sehr erschütterte, daß der Hof sie vielmehrzu besänftigen als zu erhitzen suchen mußte. Die Art,wie man hier für mich handelte, that Wunder.

Um 4 Uhr des Morgens starb mein Onkel, undschon um 5 Uhr wurde in meinem Namen und mit ei-ner Vollmacht von mir in bester Form von dem Erz»

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*) Sich« IotzS in feinen Memoiren ates Buch. S.,;6.