des Gesprächs gegebene Veranlassung, daß er einenBrief von Caumartin erhalten habe. Er las ihn vor.Der Brief trug die eben beschriebnen Gesinnungenmit Nachdruck vor. Ich bemerkte, daß Montresor,der nicht mit ihm simpathisirte, eine geheimnißvollegekränkte Miene annahm. Da ich mich auf seineMemoiren und seine Laune außerordentlich gut ver-stand, suchte ich ihm durch einige hingeworfne Worteeine nähere Erklärung abzulocken. Es kostete wenigMühe; denn er brach sogleich mit Verwünschungenlos: „wir sind keine Leute, die so gesunken sind. Ein„Schelm, der sagt, daß Seine Eminenz sich mit„Ehren versöhnen dürfen und können, ohne ihre„Freunde dabei zu bedenken. Wer es sagt, der will„nur seinen Vortheil allein dabei finden." Aus diesenWorten schloß ich, wenn ich seinen Unwillen gegen diePfalzgräfin dazu nahm, den ich seit einigen Tagen anihm bemerkt hatte, daß er glaubte: Caumartin habemit ihr, als ihr besondrer Freund, ohne Vorwissender andern, für seinen Gewinn gesorgt. Ich bor al-les auf, um ihm diesen Jrrchum zu benehmen; es ge-lang nicht. Ihm dagegen glückte es besser, den andernIrrthümer beizubringen. Er steckte mit seinem Arg-wohn das Gemüth des Herrn von Briffac an, derweich wie Wachs und empfänglicher für erste Eindrü-cke war, als irgend einer meiner Bekannten. DurchHerrn von Brissac fieng auch Frau von LesdiguieresFeuer, die ihn damals recht herzlich liebte. Ist maneinmal in dieser Art von Verstimmung, so unterläßtman nie, sie mit allen den Ideen zu verstärken, webche den Glauben erregen können: es sey nicht alleinmöglich, sondern leicht, der gefürchteten Partei eineandre entgegenzusetzen. Diese Einbildung schleichtsich! in alle Gcmüther ein und kömmt bis aus die untergeordnete Klasts herab. Man spricht davon einander ins
Ohr;