Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

Moulheri, Gourville gefangen, der im Begriff war,an den Hof zu reisen, mit welchem l« Rochefoucautstets in geheimen Unterhandlungen stand. AberGourville war kaum drei oder vier Stunden in denHänden der Häscher, als schon ein Befehl vom erstenPräsidenten ankam, der ihn in Freiheit setzte. --

Gestehen muß ich, daß mich im obigen Fall nur«in Wunder vom Untergang gerettet hat. Denn andem Tage, da ich auf dem Quai erwartet wurde, gicngich zu Caumartin und sagte: ich sey eS müde, stet-mit fünf oder sechs Wagen voll Edelleuten und Müs-ketons durch die Strassen zu ziehen, und bitte ihn,mir heute seinen Wagen zu leihen, um mich ohne Livreenach dem Hause Chevreuse, wo ich gerne bei guter Zeitsevn wollte, hinbringen zu lassen. Caumartin machtemir, wegen der immerwährenden Gefahr, worin ichsey, viele Schwierigkeiten, und willigte nur unterder Bedingung ein, daß mich sein Wagen nicht wie-der nach Hause bringen, sondern mein Gefolge mich,wie gewöhnlich, abholen sollte. Ich setzte mich alsoin seinen Wagen, dessen Vorhänge halb zugezogenwaren, und ich erinnere mich sehr wohl, daß er bei ei-nigen Menschen in ledernen Collets, welche uns aufdem Quai begegneten, anmcrkter Diese'Menschensind vielleicht um Ihrenlwillen da. Ich achtete nichtsehr darauf; brachte den ganzen Abend im Hause Che-vreuse hin, und fand zufälligerweise, als ich Weggehenwollte, nur neun von meinen Edelleuten. Eine sehrbequeme Anzahl für die Meuchelmörder! Geradean diesem Abend aber hatte F'rau von RhodeS einenganz neuen Trauerwagen, und da stark regnete,bat sie mich sie in dem ineinigen nach Hause zu brin-gen , weil sie den ihrigen verderben würde. Ich wei-gerte mich, indem ich mit ihr über ihre Aengstlich-

B z keit