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des Kardinals von Retz.
von beiden leidenschaftlich beherrscht zu seyn schien. Sei»nem F-Hler wußte er einen schönen Anstrich zu geben;Olt hat er selbst geglaubt, das würküch gewesen zu seyn,was er gegen andere scheinen wollte. Denn andere Feh»lcr, die er an sich bemerkte, entdeckte er mit Freymüthig»keit und ohne Schonung, wie ein MattN, der sich seine«bessern Natur im ganzen bewußt ist.
" tzr hatte mehr von seinen Freunden geborgt, alsein Privatmann wieder zu bezahlen hoffen konnte; den,noch entledigte er sich feiner Schulden mit Ehren. Nochehe er nach Rom abgieng, ließ er alle seine Gläubiger ver»fammlen, und wollte ihnen seine Güter abtreten. Erforderte von ihnen nur so viel von seinen Einkünften, ummäßig leben zu können, was sie aber grvßwüthig abschlu,gen. Eine Frau, welcher er eine beträchtliche Summeschuldig war, ließ ihm sogar noch zwanzigtausend Thaleranbieten ; und sein Caplan, von dem er ebenfalls vielerborgt hakte, bot ihm alles an, was er belaß,, undsagte ihm, daß ihm auch noch ein Dibrrhut von zweiPistolen am Werth zu Dienste stehe. Diese beiden Zügegeben einen Beweis, von dem besonder» achtungsvollenZutrauen , welches er sich in dm Herzen der Pariser er,worden hatte»
^ Auf eine grvßmüthige Art legte er seine Crzbischoffs,würde ab. Er wollte auch das Kardinalst niederiegen,allein der Pabst wollte nie einwllligen. Was seine Mäll,Wer ihm übrig ließen, theilte er unter seine Freunde undDienerschaft. Ungeachtet er allem entsagte, blieb er doch»och immer den boshaften Urtheilen des Publikums aus»gesetzt. Selbst seine Zurückgezogenheit gab dem ZweifelRaum, ob er aus Frömmigkeit oder aus menschlicherSchwäche ein so großes und seltnes Vorhaben unternehmeund ausführe?
„Er