XIV
Zur Lebensgeschichtd
Er wollte es durchaus nicht eher als «ach dem Tode die»fes Minister-Kardinals abgcben, um ihm diesen letzte»Triumph nicht gewährt zu haben. Indeß wohnte er vc«schieden«, Pabstwahlen bei, und sein Betragen daselbstgab seinem Ruhm immer einen neuen Glanz. Spaterehin erhielt er die Erlaubnis, nach Paris selbst zurückzuekommen. Hier brachte der Mann, welcher «inst ganzFrankreich in Unruhe versetzt hatte, seine letzten Jahre imZirkel einiger auserlesenen Freunde zu, fast ungekanntvon der Menge. Es war fein Charakter, sich immergerne der Muße hinzugeben, so bald er konnte» Demnoch arbeitete er, bei wichtigen Geschäften, als vb ihmRuhe und Unthatigkeit unerträglich würden. Warendiese geendigt, so ergab er sich wieder einem geschäftlosenLeben, als ob ihm die Arbeit ganz fremd wäre»
Von seinem letzten Aufenthalt zu Paris verdient einBrief der Madame de Scvigne, welche zu seinem geschlostsenen Zirkel gehörte, nachgelesen zu werden Er war einganz anderer Mensch geworden, oder vielmehr, seine edele und geistreiche Natur war jetzt, ohne jenen Sturm derfrüher» Leidenschaften, welcher sie oft aus ihrer Bahngestoßen hatte, in klarer Reinheit sichtbar.
Man kann noch folgende Züge seines Charakterssammeln.
Er besaß viele Gegenwart des Geistes, und wußtealle Gelegenheiten, die das Glück hcrbeiführte, so sehrzu seinem Vortheil zu benutzen, daß es schien, er habesie vorher gcsehn, oder vorbereitet. Gerne erzählte er,was er gesehen hatte; oft aber mag ihm auch seine Ein»bildungskrast ersetzt haben, was seinem Gedächtnis! ab»gicng.
Er hakte wenig Empfänglichkeit weder für Haß nochFreundschaft, obgleich er bei verschiedenen Gelegenheiten
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