des Kardinals von Retz. xnx
Seine Verhaftung und andere Mißhandlungen dul»tete Retz mit Muth und Festigkeit- Nur seiner Kühnheitund Gewandtheit verdankte er seine Freiheit. Phlegmafvrvohl als Geistesstärk« erhielten ihn mit Ruhm auchwährend der Dunkelheit einer sechsjährigen Entfernung.Ein gewisser Chaffebras, Cm« de la Magdclaine, den erzu seinem Grandvicaire ernannt hatte, vertheidigte seineAnsprüche mit gleich vieler Unerschrockenheit und Klugheit.Et gab im Namen des Kardinals seine Mandemens undseine Abmahnungsschreiben gegen Verfolger desselben, un-tersagte denen vvm Capitel auf Befehl des Hofs ernann-ten Großvicarien ihre Funktionen und drohte sogarmit Excommunication. Die Aufsätze hielt man für dasWerk der sogenannten Lolitairss von kortro^sl, von de-nen der Minister fest glaubte, daß ste den Geist der Rebellionzu verbreiten strebten. Sie sollen in dem Thurm vonSt. Jaques de la Boucherie gedruckt worden seyn. Un»geachtet der Menge von Spionen kamen sie überall hin,und wurden überall angeheftet, wo es nöthig war. Weilsie gut geschrieben waren, machten sie großen Eindruck.Der Pöbel forderte mit Murren seinen Erzbischofs und hat»ts dieser selbst für feine Wiederherstellung gleich stark ge-arbeitet, so würde er sie vielleicht seinen Feinden abgenö»thigt haben. Allein sein alter Hang zu einer minder ge»zwungenen Lebensart, der sich auf seinen Reisen ungehin-dert wieder gehoben und den er jetzt noch mehr als vor» .hör mit Anstand und Behaglichkeit zu verbinden gelernthatte, mochten in ihm die Wünsche der Rache und desEhrgeizes, mehr noch als jede äußere Schwürigkeit, mäßj»,Egen. Man Zab ihm für das Erzbisthum mehrere reicheAbteien. Er lebte alsdann zuerst in Lothringen so ein-- ^gezogen, daß er für seine Schulden große Ersparnissemachte» Seinen langen Widerstand gegen die Forderung,das Erzbisthum zu Paris niederzulegen, muß man fei-nem persönlichen Verhältniß gegen Mazarin zuschreiben.