Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Achtzehnter Band (1799)
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

S------------

und obgleich sie anfänglich keine Neigung für ihr em-pfmiden hatte, doch zuletzt ihren Beifall errungen. ImAnfang ihrer Bekanntschaft hatte sie ihn, wie ich nach,her von Fräulein von Ehevreuse erfuhr, mit Bellerose,einen Schauspieler von unbedeutendem Gesicht, vergli-chen , ihre Meinung aber, noch vor ihrer Abreise vonBrüssel geändert, und in Cambray ihn in jeder Rück-sicht noch ihrem Geschmack gefunden. Eben so zufrie-den war Laigues mit ihr. Er kündigte sie uns als eineHeldin an, der wir, wenn der Krieg forkgedaucrt hat-te, eine uns günstige Erklärung des Herrn von Lothrin-gen, Hnd den Marsch der spanischen Armee zu verdau-kcn gehabt haben würden. Auch Montresor, der ih-rctwegen ,; Monate in der Bastille zugebrachk halte,sprach mit Beifall von ihr. Mit Freuden stimmte ichin ihren Ton, denn ich hatte den Plan, durch Fräuleinvon Ehevreuse den Herrn von Beaufort, von dessenWerhcurathuug mit ihr, schon ehedem geredet wordenwar, ' der Frau von Montbazon zu entführen, undMir auf diese Weile nökhigen Falls, einen neuen Wegzu den Spaniern zu bahnen. Frau von Ebevreuse kammir mehr als den halben Weg entgegen. Noirmoutierund Laigues glaubten, idaß ich ihr unentbehrlich sey, undda sie fürchteten, daß Frau von Gunnene", welche, ob-gleich ihre Schwägerin sie tödtlich haßte, michqbhalten würde, in dem Grad als sie cs ivünschten, ihrFreund zu seyn, so sannen sie eine Lisi aus, die ihnenauch gelang. Sie veranstalteten, daß ich am Tage ihrerAnkunft mit ihrer Tochter ein Kind über die Taufe haltenmußte, das zur höchst gelegenen Zeit auf die Welt kam.Fräulein von Ehevreuse erschien im Glanz asler ihrerJuwelen, sie war schön, und ich fühlte d'ieP nur umso tiefer, weil ich gegen Frau von Guchrene, die am rtenTage der Belagerung von Paris vor Schrecken nachAnjou reiste, ausgebracht war. Den Tag nach derTaufe entstand eine Gelegenheit, die mir ein Reche auf