2OQ
er viele Vorsicht und Klugheit anwendcn. DaS Mit-tel, welches er gebrauchte, war nicht übel. Er wach-te den Strengen und zeigte Monsieur zuweilen die Ru-ths, während die Obristm, seine Frau, von einer andernSeite ihn zu besänftigen versuchte und die Züchtigung,welche ihr Mann macken zu wollen schien, verhinderte.Dadurch kam Monsieur wieder in eine gute Ordnungund wurde für die Befehle des Obriflen empfänglich.
Der Obrists wurde über diese Erziehung von allenSeiten gelobt und durch die großen Erwartungen auf-gemunkerc, welche Monsieur von seinem Verstand undseiner großen Denkungsart gab. Da diese mit seinemAlter Zunahmen , unternahm es Ornano, ihn sogleichmit Dingen bekannt zu machen, welche dem StandMonsteuc's angemessen waren; was man ihm um so we-niger abschlagen konnte, da der König damals keineKinder hatte. Das erste war, daß er ihn um den Zu-tritt in die Conseils bitten ließ, auch in der Absicht, umsein eigenes Glück dadurch zu gründen und an den wich-tigsten Begebenheiten deS Staats unter dem Namenund Ansehen seines Herrn Ancheil zu nehmen.
Er fieng nun an, nachsichtiger gegen ihn zu wer-den, um ihn mehr für sich zu gewinnen und ihn ganznach seinem Willen zu lenken.
Der Marquis von Vieville, welcher damals dengrößten Einfluß beim König hatte und alles leitete,war den Absichten des Obristm, welche nicht andersals für sein eigenes Glück gefährlich seyn konnten, sehrentgegen, fand auch den König geneigt sie zu verhindern.Er ließ ihn arretiren und als Gefangenen in das SchloßCaen bringen.
Monsieur war über diese Behandlung seines Gou-verneurs beleidigt, klagte bei dem König, und verwen.
dete