272
„O Sie kennen ihn nicht; versetzte sie. So aus.„ferst niedergeschlagen er im Unglück ist, so ein böser„Drache ist er, wenn er guten Wind hat!" —
Sie entließ mich erst Abends um zehn Uhr, unddie Thränen, die sie stromweis vergoß, indem sie sich bitterüber den Kardinal beklagte , zeigten nur, daß sie würk-lich erschüttert und tief beleidigt war.
Ich gieng am folgenden Tag sehr früh nach Ver-sailles zurück, wo ich den Herrn von Chateauncuf nichtnur entschlossen, die Siegel anzunchmen, sondernsogar voll ungedultigen Verlangens fand, sie zu erhal-ten. Eben so ungedultig wünschte der Kardinal, sieihm zu verschaffen ; der König aber war noch unschlüs»sig. DieS veranlaßte mich, dem Herrn von Chateau-neuf zu sagen: so lange die Siegel noch bey SeinerMajestät lagen, würden die Anhänger MarillacS nochimmer hoffen, daß er sie wieder erhalten werde.
„Würklich, — fuhr ich fort — man muß geste-,,hen, er ist ein Mann von Verdienst, dessen Recht,„schaffercheit der Aussöhnung des Königs mir der Ko-„niginn Muttersehr im Wege stehen wird; sobald aber„seine Anhänger die Hoffnung für ihn aufgegeben ha.„den werden, so werden selbst die, die jetzt am hitzig-„sten scheinen, der Königin» ralhen das Wohlwollen„des Königs wieder zu juchen, und sich in Ihn zu„schicken." —
Chateauncuf fragte mich, ob ich dies wohl demKardinal sagen wollte. Ich versprach cS ihm, und ecdrang sehr in mich, es zu rhun; daher ich ihm sagte:„Sie sind nicht mehr derselbe, der Sie waren. Gott„sey's gebankt!"
Ich benachrichtigte indessen dem Kardinal von dem,was ich zu Paris auSgerichtcr hatte, und von einem The,k
dessen