266
machte. Soviel sagte Er ihm indessen dennoch, daßdie Königinn Mutter sehr übel auf ihn zu sprechen sey,und Er ihm rieche, sich aufrichtig mit ihr auszusöhnen.
Der Kardinal glaubte entweder, was der Königihm sagte, oder wollte mit eignen Augen beobachten,wer ihn anschwärz?, oder dachte, das Wohlwollen,womit diese Fürstinn ihn sonst beehrte, werde eö ihmerleichtern, sich wieder bey ihr in Gunst zu sehen; kurz,er nahm diePaethie, ihr zu folgen, schiffte sich in das.selbe Fahrzeug mit ein, das für sie bestimmt war, botseine ganze Kunst auf, und durchspähte das ganze Ver,halten aller Damen die darin waren; aber vergebens.
Die Königin», eins geborne Florentinerinn, zeig,te ihm , daß dreißig Jahre in Frankreich zugebrachr, siedie Berstellungslunst noch nickt hatten verlernen lassen.Diese Kunst, die sich zwar unter jedem Himmelsstrichlernt, die aber in Italien vorzüglich zur Natur wird.
Ve» der Ankunft zu Paris wollte der König lie-ber im Hotel der ausserordentlichen Gesandten, in derNachbarschaft des Luxemburgs, als im Louvre logiren,vermuthlich seiner besonder« Absichten wegen. Er be.suchte hier oft dis Königin» Mutter, die nicht erman-gelte Ihn an Sein Versprechen zu erinnern; Er hieltaber ihr und Seiner Gemahlin» die beygefügte Beding-ung entgegen.
Nicht nur wer blos nach dem äußern Schein ur,theilte, sondern selbst die Einsichtsvollsten hielten denSturz deS Kardinals für unvermeidlich , während frei-lich andre noch ein Mittel, sich zu halten , für ihn dar-in sahen, daß seine Gegner zu offen zu Werk gicngen,und zu viel Leidenschaft vcrriethen. Das sah dann einerKabale gleich, wovon schon der bloße Name dem Königverhaßt war.
Die