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Erbe zu sepn wünschte. Gukccardknk, ein geschäü-ter Schriftsteller dieser Zeit, sagt: daß man den ToddeS Pabsts diesem Verbrechen , oder der Strafe da-für zujchreibe; daß der Pabst habe vergiften wollen,sagt er nicht, er giebt es nur zu verstehen, und Euro-pa hat ihn nur zu gut verstanden.
Und ich sage zu Guiccardini: Europa ist durchSie betrogen, und Sie stiid es durch ihre Leidenschaft.Sie waren ein Feind des Pabsts, und haben ih-rem Haß, und seinen Handlungen zu sehr geglaubt.
Es ist wahr, daß er sich auf eine grausame undtreulose Art an Feinden gerächt hat, die eben so treu-los und grausam waren. als er. Daraus schliessenSie, daß ein Pabst von 72. Jahren keines natürli-chen Todes gestorben sei). Sie behaupten, nachschwankenden Aussagen, daß ein Fürst, dessen Coffersdamalen mit mehr als einer Millionen Ducaten gefülltwaren, einigeCardinale habe vergiften wollen, um sichihres Vermögens zu bemächtigen. War denn dießVermögen so beträchtlich ? Ihr Nachlaß wurde fastimmer von ihrenCammerdiener» genommen ehe ihn derPabst sich zueignen konnte. Wie können sie glauben, baßein Mann von Verstand für einen so kleinen Gewinn, eineso ehrlose Handlung habe wagen wollen; eine Hand-lung , zu der er Mitschuldige brauchte, und welchebald oder spät entdeckt worden wäre. Soll man nichteher den Krankheicsberichren des Pabsts, nach welchener an einem dreytagen Fieber gestorben ist, als einemVolksgcncht glauben?
Man hat nicht die geringste Wahrscheinlichkeitfür diese Beschuldigung. Sein Sohn Borgia wurdezu derselbe» Zeit krank, als der Vater starb; daraufgründet sich tue ganze Geschichte der Vergiftung. Siewaren beyde große Politiker und gewissenlose Fürsten,