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scheint, vertragt sich sehr gut mit der Religion. D a-v i d tanzt eben so wie die andern vor der Bundesladeeinhcr, und hält es nicht unter seiner Würde, vor denAugen ftmcr sammtlichcn Unterthanen die Oberherr-schaft dessen anzuerkenncn, welcher ihn über sie alle er-hoben hatte. Demuth ist die alkerheilsamstc und nütz-lichste Lcction für die Könige. Ihre Geburt und ihrRang flößen ihnen ohnehin nichts anderes ein, als nurHoffart und Stolz. Demuth ist daS wahre Kennzei-chen , daß sie bcy Gott in Gnaden stehn. An großenFürsten ist zwar febe Tugend zu loben, die Demuth aberist ihnen weit unentbehrlicher als die andern alle zusam-men. Dieser Demuth zu Folge, nahm die Königindas Evangelienbuch, küßte dasselbe, erkannte es für dieVorschrift des Heils, für den Compaß ihres Glaubens,für die Lehre der ewigen Weisheit, durchweiche die Kö-nige herrschen. WaS dasselbe lehrt, ist untrüglicheWahrheit; waS es befiehlt, ist unverfängliche Güte;was es verspricht, ist gränzenlosc Glückseligkeit. Alssich die Königin von ihrem Thron erhob, und dem Al-tar sich näherte, um dort ihr Opfer darzubringen, daschien die Demuth vollends ihr ganzes Herz zum Wohn-sitz erkohren zu haben, und aus ihren Bücken strahltenichts alsSanftmuth und Milde. Ueber ihr ganzes Wesenwar eine solche Majestätyecbreitrt, daß sie im HinzutretenMehr einer Göttin als einer Königin ähnlich schien. DerKönig ward hierdurch zu sagen veranlaßt, „dies seydis wahre Haltung einer Königin!" Alles übrige stimm-te damit vollkommen überein. Der Zug gierig in eben derOrdnung vorüber, wie er sie zur Krönung begleitet hatte.Die Opfer wurden aufkostbarcn Kissen getragen, wor-über mqn Decken von weißem Damast gebreitet hatte,welche mit goldenen Tressen besetzt waren. Die Köni-gin empfieng sie aus den Händen der Prinzessinnen vonConti, von Monlpensier und von Guise, und
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