Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Vierzehnter Band (1797) Nachlese von Bemerkungen zu den letzten Regierungsjahren Heinrichs des IV : nebst Anzeie der Quellen, aus welchen der Inhalt dieses Bandes geschöpft ist
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

6o ^- -

diente weiter nichts, als sie in ihrem Entschluß zubestärken, und Machte nur desto größere Hofnungenin^ihnen rege. Ohne sich etwas anfechten zu lassen, ohnedas allergeringste Recht zu haben , drängten sie sich in" die Universität, z»w größten Nachtheil der Gegenpar-they, welche sich höchlich darüber beschwerte, und sogardeswegen einen Proceß anfieng, der aber bis auf denheutigen Tag noch nicht entschieden ist. Sie erhieltensich darin bis zum Jahr 1595, wo der oberwähnte Par-lcmentsschkiß gegen sie ergieng, wodurch sie aus demLande gejagt und verbannt wurden.

Diele nemlichen Jesuiten, welche mit Schimpfund Schande aus Frankreich entweichen mußten, wand-ten sich dann an vornehme Personen, welche viel Ein-fluß hatten, und bey dem König in großen Gnadenstanden. Durch diese ließen sie flehcndlich bitten, Sei-ne Majestät möchten doch gestatten, daß sic wieder nachFrankreich kommen dürften. Sie wünschten bloß alsarme Studierende wieder ausgenommen zu werden, undverlangten weiter gar nichts, als daß mau ihnen erlau-be, nach ihrer Ordensregel zu leben, und die Priester-lichen Verrichtungen zu besorgen. Zugleich ließen siedurch ihre Fürsprecher heilig und hehr versichern, sie wür-den sich in Zukunst nicht das allergeringste zu Schul-den kommen lassen, was nur den kleinsten Verdacht ge-gen sie erregen, oder der Universität Anlaß geben könn«te, sich über sie zu beschweren.

Der König war ein sehr guter und gnädiger Herr,welcher sich ein Vergnügen daraus machte, vergange-ne Fehler zu verzeih». Er gab daher den Vorstellun-gen und Bitten derer, welche sich für die Jesuiten ver-wendeten, Gehör und ließ sich von ihnen überreden»Die Herrn von Bouillon, von Sully, Maupeou, undandere seiner Räthe gaben sich zwar alle erdenkliche-