Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Dreyzehnter Band (1797) Biographische Uebersicht zu den Denkwürdigkeiten des hugenotischen Kriegsanführers Franz de la Noue
Entstehung
Seite
219
Einzelbild herunterladen
 

-V, sry

So kümmerte sich der Herzog von Bourbon nichtsonderlich um alle die andern, die darinn waren'Allein cs ist nun einmal die Art eines aus der GunstGefallenen , von denen, die noch in der Gunst stehen,jederzeit übel zu sprechen, wenn sie gleich noch so bravsind, wie ich öfters erlebt habe. Indessen habe ich mirdoch von einigen alten Kriegsknechten sagen lassen, wennder König nicht zu Hülfe gekommen wäre, so würde mander Stadt zu Land und zur Ser sehr warm gemacht haben.

In der Schlacht bei Pavia hielt Brion sich so brav,daß der König, nachdem er ihn zu verschiedenen Versen-dungen und Werbungen beim Kaiser wegen Seiner har-ten Gefangenschaft gebraucht hatte, ihm endlich die durchBonnivet erledigte Admiralsstelle gab, und ihn zu sei-nen Gcncralstakthalter in Piemont machte, wo rx seinePosten sehr gut und einsichtsvoll versah.

Als aber seine Sachen im schönsten Gang waren,machte er >inen sehr großen Fehler zu Vercelli. DerKönig schickte nämlich den Cardinal von Lothringen nachRom und an den Kaiser, um die Fortdauer des Frie-dens zu vermitteln, und ihn wegen der Wegnahme vonPiemont und Savoyen aufs beste zu entschuldigen. Die«ser Cardinal nun sprach zu Vercelli auf der Durchreiseden Herrn von Bnon, und rieth ihm alle weitre Opera-tionen im Feld einzustellen, um die Sachen nicht zu ver-schlimmern , die er izt zu vermitteln auf dem Weg sey.Mein Herr Admiral befolgt diesen Rath, unbestelltauf einmal den Lauf seiner Siege ein.

Dieß war allerdings ein großer Fehler von ihm,als einem aroßen General, daß er so leicht dem HerrnCardinal Glauben beimaß, der ihm keine Vollmacht da-zu